Reisebericht Botswana Namibia 2007
Aus CaiaWiki
Vorwort
Dunkelblauer Himmel wölbt sich tief über die ockerbraune Erde, Wattebauschwolken schweben zum Greifen nah vorüber, Sandwirbel irrlichtern über karges, wüstes Veld. Langbeinige Käfer malen Raupenspuren in jungfräuliche Sanddünen, nach Feuchtigkeit dürstend strecken Oryxe ihre graubraunen Flanken dem Atlantikwind entgegen und Schakale jaulen ein Jagdkonzert in der Abenddämmerung. Namibia ist ein Land, das nur aus ungezähmter Natur zu bestehen scheint und sein schönstes Gesicht zeigt es, wenn die Sonne hinter diesem unendlichen Nichts aus Salzpfannen, Sanddünen und Felslabyrinthen versinkt und den Horizont entflammt. Es ist die Stunde des Sundowners, wie die weißen Einheimischen sie nennen, Zeit für das erste Bier nach getanem Tagwerk. Auch für die schwarzen Namibier vom Volk der Nama ist dies eine magische Zeit, sie verheißt Jagdglück. Denn die Nama erklären sich das Schauspiel so: Die Sonne wird hinter dem Horizont von besonders talentierten Jägern erlegt und es ist ihr Blut, das den Himmel färbt.
Die Namib, die parallel zur Atlantikküste den Westen Namibias von Süd nach Nord bedeckt ist eine lebensfeindliche Einöde und gilt als eine der ältesten Wüsten der Welt. Sicher lebten die Ureinwohner, die San oder Buschmänner auch in den Randbereichen der Namib, aber sie wagten sich nicht weit hinein, denn diese Wüste besaß keine Oasen und kein Wasser. In dieser unwirtlichen Wüste verbirgt sich mit der Dünenwelt um Sossusvlei und Dead Vlei einer der Höhepunkte des Landes. Das Kaokoveld ist die wohl unberührteste und archaistsche Region Namibias. Hier leben die Halbnomaden der Himba mit ihren Rinderherden. Obwohl ihre Heimat völlig abgeschieden und unwegsam ist, wird sie immer häufiger besucht.
Namibias zentrales Hochland ist Farmland. Die Zäune der teils mehrere 10.000 Hektar umfassenden Güter begleiten jede Straße, jede Pad, wie man in Namibia sagt, links und rechts auf hunderte Kilometer Länge. Dabei sieht das Land hier nicht wesentlich fruchtbarer aus als in der Wüste. Farmland bedeutet nicht, dass es kein Wild gäbe – normale Zäune können Antilopen, Warzenschweine, Schakale oder auch große Jäger wie Geparde und Leoparde nicht daran hindern, ihren alten Wechseln zu folgen.
Im Caprivi Strip prägt das Grün dichter Galeriewälder die Landschaft und Rundhüttendörfer verstecken sich hinter geflochtenen Zäunen. Auf bunten Märkten gibt es eine große Auswahl an Früchten und Gemüse, die Städte sind staubig, quirlig und afrikanisch, ganz anders als in den ruhigen Kolonialperlen Swakopmund und Lüderitz am Atlantik.
Jede Namibiareise beginnt in Windhoek, der modernen Hauptstadt mit ihrer alten Feste. Hier wird die Reiseausrüstung ergänzt und Proviant geladen, bevor es hinausgeht in die raue, aber ungleich spannendere Welt des Buschveld und der Wüsten.
Unsere vierwöchige Reise beginnt am 3. August 2007 und endet am 1. September. Ich beschreibe die Eindrücke und Erfahrungen, die ich während der Reise niedergeschrieben habe.
Tour
Swakopmund - Damaraland - Twyfelfontein - 315km
Heute geht es entlang der trockenen Skelettküste. Wieder gibt es keinen Frühnebel und daher auch keine grünen Pflanzen in der Wüste. Alles ist grau - sowohl der Sand, als auch der Atlantik zu unserer Linken. Die Piste ist hier super und wir kommen sehr rasch voran. Als wir von der Küste wegbiegen und uns dem Damaraland nähern, wird es langsam wieder gelber. Der Brandberg mit seinen umliegenden Hügeln taucht bereits in der Ferne auf. Wir fühlen uns heute wie in einem Umluftbackofen (40°C). Doch als wir uns den Bergen nähern, wird es zum Glück etwas kühler. Das Land wir ringsum wieder hügelig und Büsche und Bäume säumen den Weg. Richtig kurvig wird es jetzt sogar, die Weite bleibt uns aber erhalten. Wir erreichen das Herero Land. An einem Stand der Hereros halten wir an, verschenken unser Wasser und Süßigkeiten und kaufen eine Puppe. Die drei Frauen nähen mit einer alten Singer Nähmaschine direkt am Straßenrand. Es ist ichtig heiß. Sie tragen aber ihren traditionellen Kopfschmuck. Viele dieser Stände säumen den Weg und wir treffen immer wieder auf Donkey-Cars (Esleskarren). Einer lässt sich sogar für ein paar N$ fotografieren und zeigt uns sein verlöchertes T-Shirt und die kaputten Schuhe. Doch leider können wir ihm nichts geben. So langsam zeigt sich das Damaraland von seiner schönsten Seite. Überall tauchen Vulkanberge und Kegel in allen Größen auf. Eine bizarre Landschaft eröffnet sich uns. Die Gesteine zerfallen und liegen lose herum. Wie beim Spielplatz der Giganten. Dazwischen wachsen niedrige Bäume und immer wieder hört man Ziegenherden meckern. Kurz darauf sieht man meist die Dörfer und Hütten der Damaras. Eine tolle Gegend ist das hier und wieder so ganz anders als alles bisherige. Kurz darauf erreichen wir Camp Xaragu. Wie wir jetzt sehen, handelt es sich wirklich um Zelte, in denen vier Betten stehen. Verlässt man das Zelt zum hinteren Ausgang, steht man im Bad unter freiem Himmel, das nur durch einen Bambuszaun abgetrennt ist. Licht macht hier die Petroleumlampe. Aber dieses Zelt hat Seele; so viele kleine liebevolle Details kann man überall finden. Das Abendessen überrascht uns positiv und wir beschließen eine Fahrt zu den Wüstenelefanten am nächsten Morgen zu unternehmen. Da es immer noch sehr warm ist, schlafen wir im offenen Zelt. Der Wind streicht hindurch und langsam wird es kühler. Ich freue mich beonders, weil ich die Nachtgeräusche wieder hören kann. Die Geckos rufen noch bis tief in die Nacht hinein. Leider ist der Vollmond so hell, dass er die STerne überstrahlt. Da das Zelt offen ist, ist auch hier überall der so typische Staub. Wir fühlen uns etwas wie ein Pionier in einem fremden Land.
Twyfelfontein - Palmwag - 82km
Übernachtung Palmwag Lodge
Ovahimbas
Kaokoveld
Palmwag - Ovahimbas -
Palmwag - Etosha Nationalpark - 408km
Übernachtung Etosh Safari Camp
Etosha Park
Etosha-Pfanne
Etosha Nationalpark - 120km
Übernachtung Okaukuejo
Der Ort Okaukuejo
Etosha Nationalpark - 180km
Übernachtung Namutoni
der Ort Namutoni
Etosha Nationalpark - Windhoek - 502km
Übernachtung Kashima Pension
Windhoek - Flughafen - 38km
Neuer allgemeiner Reisebericht
Vorwort
Dunkelblauer Himmel wölbt sich tief über die ockerbraune Erde, Wattebauschwolken schweben zum Greifen nah vorüber, Sandwirbel irrlichtern über karges, wüstes Veld. Langbeinige Käfer malen Raupenspuren in jungfräuliche Sanddünen, nach Feuchtigkeit dürstend strecken Oryxe ihre graubraunen Flanken dem Atlantikwind entgegen und Schakale jaulen ein Jagdkonzert in der Abenddämmerung. Namibia ist ein Land, das nur aus ungezähmter Natur zu bestehen scheint und sein schönstes Gesicht zeigt es, wenn die Sonne hinter diesem unendlichen Nichts aus Salzpfannen, Sanddünen und Felslabyrinthen versinkt und den Horizont entflammt. Es ist die Stunde des Sundowners, wie die weißen Einheimischen sie nennen, Zeit für das erste Bier nach getanem Tagwerk. Auch für die schwarzen Namibier vom Volk der Nama ist dies eine magische Zeit, sie verheißt Jagdglück. Denn die Nama erklären sich das Schauspiel so: Die Sonne wird hinter dem Horizont von besonders talentierten Jägern erlegt und es ist ihr Blut, das den Himmel färbt.
Die Namib, die parallel zur Atlantikküste den Westen Namibias von Süd nach Nord bedeckt ist eine lebensfeindliche Einöde und gilt als eine der ältesten Wüsten der Welt. Sicher lebten die Ureinwohner, die San oder Buschmänner auch in den Randbereichen der Namib, aber sie wagten sich nicht weit hinein, denn diese Wüste besaß keine Oasen und kein Wasser. In dieser unwirtlichen Wüste verbirgt sich mit der Dünenwelt um Sossusvlei und Dead Vlei einer der Höhepunkte des Landes. Das Kaokoveld ist die wohl unberührteste und archaischste Region Namibias. Hier leben die Halbnomaden der Himba mit ihren Rinderherden. Obwohl ihre Heimat völlig abgeschieden und unwegsam ist, wird sie immer häufiger besucht.
Namibias zentrales Hochland ist Farmland. Die Zäune der teils mehrere 10.000 Hektar umfassenden Güter begleiten jede Straße, jede Pad, wie man in Namibia sagt, links und rechts auf hunderte Kilometer Länge. Dabei sieht das Land hier nicht wesentlich fruchtbarer aus als in der Wüste. Farmland bedeutet nicht, dass es kein Wild gäbe – normale Zäune können Antilopen, Warzenschweine, Schakale oder auch große Jäger wie Geparde und Leoparde nicht daran hindern, ihren alten Wechseln zu folgen.
Im Caprivi Strip prägt das Grün dichter Galeriewälder die Landschaft und Rundhüttendörfer verstecken sich hinter geflochtenen Zäunen. Auf bunten Märkten gibt es eine große Auswahl an Früchten und Gemüse, die Städte sind staubig, quirlig und afrikanisch, ganz anders als in den ruhigen Kolonialperlen Swakopmund und Lüderitz am Atlantik.
Jede Botswana- und Namibiareise beginnt in Windhoek, der modernen Hauptstadt mit ihrer alten Feste. Hier wird die Reiseausrüstung ergänzt und Proviant geladen, bevor es hinausgeht in die raue, aber ungleich spannendere Welt des Buschveld und der Wüsten.
Unsere vierwöchige Reise beginnt am 3. August 2007 und endet am 1. September. Ich beschreibe die Eindrücke und Erfahrungen, die ich während der Reise niedergeschrieben habe.
Botswana
Während des 10 stündigen Flugs von München nach Windhoek werden wir langsam dem Alltagsstress entführt und können uns innerlich auf die uns erwartenden Abenteuer Afrikas einstellen. Doch zunächst steht uns noch die afrikanische Bürokratie bevor: die Einreisebehörde, der Papierkrieg um den Mietwagen, achja und auch hier benötigt man Bares. Doch unser Ziel rückt näher: die Wildnis ruft. Zuvor benötigen wir aber noch ausreichend Reiseproviant und eine vollständige Campingausrüstung. Einkaufen im Supermarkt ist auch auf der anderen Erdhalbkugel nicht anders als bei uns. Wir sind der uns vertrauten Welt immer noch nicht entkommen.
Kurz nach Mittag ist es endlich soweit. Wir verlassen Windhoek und biegen auf den Trans Kalahari Highway in Richtung Botswana. Doch unsere Erwartungen werden enttäuscht. Trotz vieler Warzenschweine, Perlhühner, Strauße und Damara Dikdiks ist die Strecke öde. Dichtes Buschland wechselt sich mit brauner Grasweite ab. Kommen wir überhaupt vorwärts? Nach stundenlanger Fahrt erreichen wir schließlich die Grenze Botswanas. Zu unserer Überraschung dauern die Ein- und Ausreiseformalitäten nicht lange. Dennoch ist klar, dass wir unser Tagesziel vor Dunkelheit nicht mehr erreichen können und im Busch übernachten müssen.
Wie Namibia ist auch Botswana ein eingezäuntes Land. In der einbrechenden Dunkelheit wird es immer schwieriger die Zaunverläufe zu erkennen. Wir haben jedoch Glück und entdecken nach kurzer Fahrt eine offene Stelle im Zaun. Rasch finden wir einen geeigneten Lagerplatz. Nachdem unser Zelt aufgebaut ist und wir gemütlich im Dunkeln unsere erste afrikanische Mahlzeit einnehmen, kommen wir endlich richtig in Afrika an. Ruhe, Dunkelheit und ein unglaublicher Sternenhimmel umgeben uns. Die staubige, heiße Luft des Tages wird klar und kühl.
Nach einer wunderbaren Nacht erwartet uns ein etwa 3°C warmer herrlicher Morgen. Unser Lagerplatz liegt inmitten einer Kuhweide. Die freundlichen Vierbeiner sind uns zum Glück nicht böse, dass wir ungefragt hier bei ihnen übernachtet haben. Kurz darauf brechen wir Richtung Maun auf. Unsere Kühe haben Glück, denn nach kurzer Fahrt weicht die Gras- und Buschlandschaft hohen Bäumen und immer häufiger fahren wir durch kleine Dörfer mit runden Lehmhütten. Es wird immer staubiger und trockener. Entlang der Strecke liegen häufig Knochen und Skelett-Teile im grauen Dreck. Ghanzi und Maun entpuppen sich als lose Hausansammlungen. Menschen, Ziegen und Rinder spazieren zwischen den Wellblechhütten und auf der Straße umher. Wir sind froh, dass wir die heutige Nacht im Audi Camp verbringen werden.
Das Okavango Delta ruft. Wir wollen uns dieses Naturparadies zunächst aus der Vogelperspektive ansehen, bevor wir uns mit dem Geländewagen in seine unwegbare Busch- und Baumsavanne wagen. Im frühen Morgenlicht sitzen wir in einem alten Dreisitzer und fliegen über das Okavangodelta. Fasziniert entdecken wir eine für uns neue Welt, die noch von wilden Tieren beherrscht wird. Unter uns erscheinen kleine palmenbewachsene Inseln durchzogen von Wasser und gelben und grünen Grasflächen. Überall sind Wasserwege, zwischendrin aber auch deutlich die Pisten der Autos zu erkennen. Der alte Flieger ruckelt und zuckelt furchterregend. Eine Herde Elefanten grast friedlich im Okavango, gefolgt von einer großen Herde Büffel und einigen Zebras, Springböcken und Straußen. Leider gibt es dieses Jahr sehr viel Wasser. Daher konzentrieren sich die Tiere nicht wie normalerweise an den großen Deltaarmen, sondern können sich überall in der Savanne aufhalten. Ein wenig enttäuscht wegen der fehlenden Herden erhalten wir dennoch einen ersten Eindruck von der Größe des Deltas.
Wir verlassen Maun Richtung Shorobe und kommen auf die erste Piste. Kurz nach dem Buffalo Gate oder auch Veterinary Checkpoint kommt die ausgeschilderte Abzweigung zum Moremi. Wir fahren durch Buschland und Mopanewald. Tiere sehen wir aber außer zwei Giraffen und Vögeln leider keine. Für die Piste benötigen wir nur selten 4x4 und können endlich die wilde Natur genießen. Am Eingang zum Moremi erfahren wir, dass die North Bridge unpassierbar ist. Unsere geplante Route ist demnach nicht durchführbar. Doch unser nächstes Ziel ist erst einmal der Campingplatz am North Gate. Wir machen noch eine kurze Pirschfahrt entlang des Khwai Loops, auf der wir einige Zebras, Antilopen, Warzenschweine und Gnus entdecken können. Während das Chakalaka in der Dämmerung vor sich hin köchelt, beobachten wir die Affen um uns herum. Sie kommen immer näher, spielen und poppen um das Auto herum. Auch eine Herde Gnus ist in der Nähe und grast. Wir sitzen unter dem Zelt am Rand der Pfanne und lauschen den Geräuschen der Tiere in der Nacht. Die Ruhe ist unglaublich. Plötzlich trappelt es laut und die Gnuherde wird aufgescheucht. Wir starren in die Dunkelheit, sehen die leuchtenden Augen der Tiere und hören die verschiedenen Laute. Was ist, wenn ein Löwe in der Nähe ist? Wir beschließen ins Zelt zu steigen und liegen gegen 19.30 Uhr lauschend in den Schlafsäcken. Während der ganzen Nacht verfolgen wir die Tiere mit den Ohren. Ob wir lernen werden, die Tiere anhand ihrer Laute zu unterscheiden? Um 5.30 Uhr werden wir von den Affen am Zelt geweckt. Die Sonne steigt als tieforange Kugel über dem Rand der Pfanne auf. Auch die Zebras und Gnus sind wieder da. Die Vögel begrüßen uns mit ihrem Gesang. Da die sanitären Anlagen zwar absolut sehenswert, jedoch in erbärmlichem Zustand sind, ist die Morgentoilette rasch erledigt. Wir besichtigen die Brücke, in der Hoffnung, sie passieren zu können. Leider ist da nichts zu machen. Die großen Wassermassen haben die Holzbrücke einfach weggespühlt. Das bedeutet für uns: ein 130km großer Umweg, viel verlorene Zeit, viele Nerven auf schlechter Piste und der Verbrauch von Benzinmengen, der so nicht vorgesehen war. Das ist Afrika! Als wir nach Stunden endlich Mababe Village erreichen ist auch hier plötzlich Schluss. Ein gefluteter Abzweig des Okavango versperrt den Weg, ein Auto ist bereits Schwimmen gegangen. Zum Glück ist der Umweg klein und wir sehen einige Giraffen und Zebras. Endlich erreichen wir Mababe Gate und buchen unsere Nacht auf dem Savuti Campingplatz im Chobe Nationalpark. Der Weg ist endlos und die Sandpiste schlecht. Hier kommt unser 4x4 erstmals richtig zum Einsatz. Wir holpern und ruckeln langsam durch tiefen Sand. Immerhin werden wir in Savuti freundlich begrüßt: eine Elefant grast friedlich auf dem Platz.
Am nächsten Morgen werden wir vom fröhlichen Gegacker der Perlhühner zu einem schönen Sonnenaufgang geweckt. Während unseres Frühstücks kommen die neugierigen Vögel sehr nahe heran. Doch das Glück ist uns im Moment nicht hold: am Wasserloch sind keine Tiere. Alle Welt schwärmt vom Tierreichtum Botswanas und wir fahren nun den dritten Tag durch die wildreichsten Gegenden und haben nichts gesehen. Wir beschließen, die kleinen Pisten rings um Savuti zu befahren und sehen einige Elefanten, Zebras und Giraffen. Die Pisten sind schmal und tiefsandig. Wir kämpfen uns durch Berg und Tal im tiefen Sand. Nachdem wir wieder am Wasserloch Savutis angekommen sind, können wir einige Elefanten beim Baden beobachten. Auch Kudus und Springböcke sind zum Trinken gekommen. Eine seltsame bedrückende Stimmung herrscht hier. Ein kräftiger Wind bläst den Sand in kleinen Wirbelstürmen über die karge Landschaft. Das Licht ist gedämpft, fast dunkel. Die Piste Richtung Goha Gate ist sehr tiefsandig und schlecht. Das Auto schwimmt und ruckelt sich Meter für Meter vorwärts. In Kilometern rechnen wir schon lange nicht mehr. Im Kampf gegen den Sand und das Steckenbleiben werden wir unermüdlich durchgeschüttelt. Unser Auto tanzt die Sandhügel hinauf und hinunter wie ein Segelboot bei hohem Wellengang im Ozean. Als wir endlich Goha Gate erreichen und auf bessere Pistenverhältnisse hoffen, werden unere Hoffnungen enttäuscht. Im Chobe Forest wird die Piste noch schlimmer. Erst nach 40km kommt die Erlösung für uns und das Auto. Das Fahrtempo schwankt zwischen 15 und 65 km/h. Es ist heiß, staubig und wir sehen kein einziges Tier. Am Abend erwartet uns am Ngoma Gate eine weitere böse Überraschung: den Campingplatz gibt es nicht mehr und die umliegenden Lodgen sind anscheinend alle ausgebucht. Wunderschön liegt der Chobe vor uns. Ein grünes Band schlängelt sich durch die Trockenheit. Eine Ruhe.... Müde und erledigt wird uns klar, dass wir noch 60km bis Kasane weiterfahren müssen. Zum Glück gibt es eine geteerte Straße, auf der die Kilometer nur so an uns vorbeifliegen. Die Suche nach einem Campingplatz gestaltet sich auch hier schwierig. Der Chobe Safari Campingplatz wird gerade umgebaut und in der Kubu Lodge ist alles voll. Aber alle guten Dinge sind drei. Auf dem dritten und letzten Platz - Toros Lodge - gibt es noch eine Wiese neben den offiziellen Plätzen und dort bleiben wir ganz einfach. Unsere Sehnsucht nach einem geruhsamen Tagesausklang soll sich aber immer noch nicht erfüllen, da unser Kocher mit Staub verstopft ist. Somit gibt es nicht einmal ein Abendessen geschweigedenn morgen früh einen Tee. Hier zeigt es sich wieder einmal, dass gute Ausrüstung in der Wildnis absolut überlebenswichtig ist. Anstatt uns zu unterstützen, macht das Auto uns Probleme. Die Taschen, das Essen, die Campingutensilien werden jeden Tag mit einer zentimeterdicken Staubschicht überzogen. Zu allem Überfluss hat der Wassertank auch noch ein Leck.
Namibia: Von Windhoek nach Swakopmund
Zeitig brechen wir an einem richtig kalten Morgen in Windhoek auf. Nach einem kurzen Stadtbummel und wieder gefüllten Geldbeuteln, fahren wir zum Supermarkt, um uns mit Proviant einzudecken. Nach einem letzten Cappuccino und einem Guavensaft machen wir uns auf den Weg in die Kalahari. Der Weg in die Wüste führt durch Windhoek. Über die Robert Mugabe Avenue gelangt man zunächst ins Zentrum und von dort erreicht man rasch die wunderschöne Strecke nach Rehoboth. Diese gut ausgebaute Straße führt unweigerlich in die Wüste. Es ist faszinierend wie völlig unvermittelt Berge aus der weiten, flachen Wüstenlandschaft sprießen. Es wäre vollkommen falsch zu behaupten, der Süden Namibias - die Gondwana - wäre eine einzige Wüste: es sind nämlich vier. Die Kalahari im Osten, die Nama Karoo und Sukkulente Karoo im Süden und die Namib im Westen. Daher wird sie auch als Urkontinent bezeichnet. Gras und roter Sand herrschen vor. Extreme Landschaften, in denen nur besonders angepasste Lebensformen überleben können. Auf der Gondwana-Desert-Route, einer schnurgeraden Teerstraße gesäumt von Warzenschweinwarnschildern, geht es Richtung Kalahari, in die größte zusammenhängende Sandfläche der Welt. Die Route erstreckt sich über Keetmanshoop - Fish River Canyon - Namib Naukluft Park - Sossusvlei bis zu den Petrified Dunes. Die Vegetation wird tatsächlich etwas spärlicher, knorzige Kameldornbäume beherrschen das Bild. Das sind Mimosen, deren Wurzeln auf der Suche nach Wasser bis in 60 Meter Tiefe reichen. Zum Glück liegt unser Wasser nur um Armeslänge entfernt auf dem Rücksitz. Am frühen Nchmittag erreichen wir die Kalahari Anib Lodge - unser erstes Wüstennachtlager. Das Zimmer eröffnet uns einen traumhaftem Blick in die Weite der Kalahari. Nach einem schönen Glas Rotwein entspannen wir uns und genießen den Blick bevor der Sundowner Dune Drive im offenen Wagen - eine Rundfahrt mit Tierbeobachtung und Pflanzenbestimmung beginnt. Die Hügel der Umgebung sind von üppiger Vegetation überwuchert. Wo ist hier Wüste? Wo der Sand? Wir erfahren, der Sand sei irgendwo unter dem Gras. Die berühmten roten Dünen der Kalahari sind kaum zu erkennen. Wohlgenährte Impalas, Oryxe und Zebras traben durch hohes Straußengras. Ein Baum bricht beinahe unter der Last eines Webersiedlernests zusammen. Im Nest der Webervögel können auch Wespen und Schlangen wohnen. Diese kriechen durch das Nest und fressen die Eier der Webervögel. Als wir an einigen Impalas vorbeikommen, berichtet unser Guide, dass der Mensch anhand der Kitzzahl der Impalas schon Monate vorher erkennen kann, ob es viel Regen geben wird. Keine Kitz - kein Regen. Als die Sonne untergeht, was ziemlich rasch geschieht, so als sauge eine geheimnisvolle Kraft sie hinter dem Horizont ein, erklimmt unser Jeep im dritten Anlauf eine hohe Düne, auf der tatsächlich noch roter Sand ausgebreitet ist. Darauf steht ein Klapptisch, bedeckt mit weißer Tischdecke, Gläsern, verschiedenen Getränken und ein paar Häppchen. Im Abendrot prosten wir uns zu. Vielleicht muss man sich in dieser Region der Erde jeden Abend feierlich von der Sonne verabschieden, da sie sonst womöglich nicht wiederkommt. Was das bedeuten würde, erleben wir auf der eisigkalten Rückfahrt. Doch in der Lodge erwartet uns warmer Tee und ein gemütlich prasselndes Feuer, um die kalten Glieder wieder zum Leben zu erwecken.
Langsam taucht die Sonne die roten Dünen der Kalahari in warmes Licht. Sie ist also tatsächlich wieder da und wir setzen unsere Fahrt Richtung Keetmanshoop nach Sonnenaufgang fort. Unsere stetigen Begleiter sind Sand, Bahngleise und Strommasten. Ansonsten umgibt uns Weite bis zum Horizont. Auf der linken Seite zieht sich in Hochplateau mit seiner Abbruchkante entlang. Senkrecht fällt die Wand nach der Kante ab, um unten absolut eben weiterzuverlaufen. Auf unserer rechten Seite taucht nach einiger Zeit plötzlich Ayers Rock auf. Die rotsandige Dünenlandschaft verwandelt sich in eine graue Steinwüste, die Karas Gegend, von der wir wissen, dass es zur Zeit nachts bis zu -8°C hat. In Keetmanshoop angekommen, machen wir eine kurze Stadtrundfahrt, tanken und fahren dann zum Quivertree Forest Camp. Von dort zuckeln wir die 5km Schotterpiste zum Spielplatz der Giganten und bestaunen die Gesteinstürme. Es sieht so aus, als ob jemand willkürlich Steine aufeinandergeschichtet oder einfach nur hingeworfen hat. Haben hier wirklich einmal Giganten mit den Felsen Ball gespielt? Zurück im Camp kommen wir genau rechtzeitig zur Fütterung der Geparden. Sind diese erst einmal mit Fressen beschäftigt, kann sie nichts mehr aus der Ruhe bringen. Doch dann fehlt mir doch der Mut diese wunderschönen, eleganten Tiere zu streicheln. Während des Sonnenuntergangs durchwandern wir den Köcherbaumwald. Der Köcherbaum ist ein Wahrzeichen Namibias. Die Aloen-Art gedeiht fast ausschließlich in dem südwestafrikanischen Land - und in so großer Zahl nur im Quiver Tree Forest. Die knorrigen, rasierpinselförmigen Arme der Bäume werfen von jeder Seite neue bizarre Schatten auf die roten Felsen. Wenn man diese Pflanzen anschaut und ein gutes Foto gemacht hat, so ist man sofort der Meinung, dass es noch eine bessere Perspektive gibt. Man könnte seinen ganzen Urlaub mit Fotografieren von Köcherbäumen zubringen. Viele kleine Nagetiere, die sogenannten Klippschliefer leben zwischen den Steinen. Wenn man sich eine Weile ganz ruhig verhält, kommen die kleinen Nager ganz nah an einen heran. Im Moment der untergehenden Sonne ist es wieder einmal totenstill. Es kann in Namibia so still sein, dass es schon fast beängstigend wirkt. Kein Laut, höchstens ein Windhauch ist zu vernehmen. Hier, in dieser landschaftlichen Weite und dieser Stille kann man die Dimension des Alls und der ganzen Welt erahnen. Wie viel Platz und Raum es doch gibt. Dieses Gefühl ist nicht in Worte zu fassen.
Wieder einmal brechen wir zeitig auf, um zehn Kilometer südlich der Stadt vorbei an Seeheim und kleinen verlassenen Bahnhöfen zum Fish River Canyon einer der größten Schluchten der Welt und sicher der größten Afrikas auf eine Schotterpiste abzubiegen. Die Road ist mal besser und mal schlechter und auch ganz schlecht. Gelbes Gras und die Bahnlinie begleiten uns. Immer wieder tauchen linker und rechter Hand Berge auf, die langsam immer höher und mächtiger werden. Überall hängen wie hingepinnt kleine Fotografierwölkchen am blauen Himmel. Nach ruckeliger Fahrt erreichen wir schließlich das gemütliche Canyon Roadhouse und stärken uns mit Kaffee und Käsekuchen. Während unserer letzten Kilometer durch die Nama Karoo bis zur Canyon Lodge wird es immer bergiger und vor allen Dingen kurviger. Hier sieht es schon etwas wüstenartiger aus, obwohl dichtes Gras bis an die Straße wächst. Wir biegen um eine weitere Kurve und blicken plötzlich auf die Canyon Lodge. Sie schmiegt sich in die roten Felsen und steht damit perfekt im Einklang mit der Natur. Vom Bett unseres in den Fels gebauten Häuschens blicken wir direkt in die Weite der Karoo. Nach kurzer Pause machen wir uns auf den Weg zum Fish River Canyon. Wir fahren über weite, flache, steinige Ebenen und fragen uns, wann endlich die Berge auftauchen, zwischen denen der Canyon fließt. Völlig unerwartet stehen wir am Rand des Canyons. Diesen Canyon bemerkt man tatsächlich erst, wenn man schon fast hineingefallen ist. Mehr als 500 Meter unter uns windet sich der Fischfluss um mächtige Felsformationen und entschwindet schnell den Blicken. Wie ist der Fish River Canyon überhaupt entstanden? Die Geologen sprechen von Erosion - Abtragungen durch Wind und Wasser und tektonische Verwerfungen, beim Auseinanderbrechen des Urkontinents Gondwana. Die San hingegen, die als erste diese Gegend bevölkerten, sind überzeugt, der Drache Kouteign Kooru habe sich auf der Flucht vor Jägern mit seinem gewaltigen Körper durch die Felsen geschlängelt und so die Schlucht gegraben. Wenn man lange genug in die Tiefe gestarrt hat, scheint das schlüssiger zu sein.
Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir die Lodge. Wir sitzen auf der Terrasse zwischen den doloritfarbenen Felsen mit einem schönen Glas Rotwein und genießen das Versinken der Sonne hinter dem Horizont. Durch die rote Abendsonne scheinen die Felsen förmlich zu glühen. Kurz nachdem die Sonne untergegangen ist, tritt diese für Namibia so typische Stille ein. Manchmal haucht der Wind ein leises Lied. Es ist so still, dass es beinahe beängstigend wirkt. Man meint, die Rotationsgeräusche der Erde wahrzunehmen.
Unsere Reise führt uns weiter nach Süden Richtung Ais-Ais. Nach kurzer Zeit türmt sich ein richtiges Gebirge vor uns auf. Uraltes, hartes Gestein, enge Pässe und Kurven. Eine beeindruckende zerklüftete Landschaft. An ein schnelles Vorwärtskommen ist hier nicht zu denken. Nachdem wir immer weiter in die Berge hineinfahren und es kein Ende zu nehmen scheint, weitet sich die Landschaft ganz plötzlich und die uns vertraute braun, gelbe Landschaft mit ihren sanften Hügelketten taucht auf. Als wir uns die Pflanzen jedoch genauer ansehen, erkennen wir, dass es sich nicht um Gras, sondern um Bodendecker handelt. Wir befinden uns demnach bereits im Namaqualand. Wir fühlen uns wie auf einem anderen Stern. Die Landschaft hat einen pastellfarbenen Schimmer, der eine seltsame Stimmung verursacht. Uns ist etwas melancholisch zumute. Ich habe das Gefühl tief in meiner Mitte zu ruhen. Ein Gefühl, das wir aus unserem hektischen Alltagsleben leider nicht mehr kennen. Plötzlich werden wir von saftigem, leuchtenden Grün aus diesem Gemütszustand gerissen. Der glitzernde Band des Oranje Rivers liegt vor uns. Die Berge sind rau, schroff und unwirtlich. Heftige Steigungen, Geröll und Wasserfuhrten kreuzen unseren Weg. In den Steinriesen scheint es kein Leben zu geben, wohl aber im Fluss und an den Ufern. Dennoch sind genau diese abweisend wirkenden Berge der letzte Zufluchtsort der San gewesen, nachdem sie von Hottentotten und Weißen gejagt, vertrieben und ermordert worden sind. Nachdem sowohl wir als auch unser Auto heftig durchgeschüttelt worden sind und wir das Gefühl haben, sämtliche Knochen müssten ihren Platz im Körper neu finden, erreichen wir das Gebiet mit den Diamantenminen. Hier holt uns die Geschichte von Deutsch-Südwest zum ersten Mal ein: raue, wilde Landschaft, die an Afghanistan erinnert und zart schimmernde Steinchen, die wir leider nicht finden. Wir haben die extrem artenreiche Sukkulente Karoo erreicht, wo wir mitten durch mit gelben und violetten Blumen übersähte Wiesen fahren und uns eigentlich auf einer Schweizer Alm wähnen müssten. Was für Farbtupfen! Wir haben das Gefühl im Land der Feen und Elfen angekommen zu sein. Zartes gelb, orange, beige bestimmen das Bild. Immer wieder tauchen Hügel auf und um die Hügel sanfte Dünen der Erosion. Das Farb- und Lichtspiel verändert sich ständig, so dass es zwischen warmem Gold und Silbrig-grün wechselt. Aber natürlich sind wir weder auf einer Schweizer Alm noch im Land der Feen und Elfen. Die Wüsten Namibias zu bereisen wirkt unglaublich beruhigend auf uns überreizte Europäer. Nie hat man den Eindruck etwas zu verpassen, man ist zu jeder Zeit am richtigen Ort. Die Landschaft erzeugt ein Gefühl ungeheurer Gelassenheit und innerer Balance. Diese Steine existierten schließlich schon vor Millionen Jahren und seither ist nicht viel dazugekommen. Es gibt keine Museen und keine Öffnungszeiten, die man beachten muss. Was nicht heißen soll, dass hier keine großartigen Bauwerke existieren. Überall ragen Termitenhügel aus dem Boden, in den Bäumen hängen die Nester der Webervögel, mit denen man sich ebnso intensiv beschäftigen kann wie mit dem Kölner Dom. Stunde um Stunde fahren wir an kilometerlangen Zäunen entlang, hinter denen man weder Tiere noch Farmgebäude erkennen kann. Von Zeit zu Zeit wachsen aber immerhin Strauße aus dem Boden. Auf größere Entfernung wirkt der Strauß eher wie eine Pflanze. Er scheint auf zwei dünnen Stämmen aus der Erde zu schießen, darüber ein brauner oder schwarzer Busch, aus dem ein dünner Ast wächst, der sich hin und wieder zum Boden neigt. Doch vorsicht, ist es nicht doch ein Busch? Erst später erfahren wir, dass diese hier wachsenden Büsche genau aus diesem Grund den Namen Straußensalat tragen. Langsam nähern wir uns der Stadt Lüderitz. Die Zivilisation mit ihren Öffnungszeiten hat uns wieder. Wir benötigen das Permit um Kolmanskop besichtigen zu können. So dicht liegen zeitliche Zwänge und absoluter Einklang mit der Natur beieinander.
Fast schnurgerade und stetig leicht bergab fahren wir nach Westen durch flache, kaum strukturierte Landschaft. Luftspiegelungen bauen sich auf und verschwinden beim Näherkommen, Sandverwehungen lecken über die Straße und Strauße liefern sich Wettrennen. Ein enges Felsentor führt die letzten Höhenmeter von der Namib hinunter und dann auf Lüderitz zu, das wie eine Spielzeugstadt aussieht mit seinen pastellfarbenen Villen auf schwarzgrauem Stein vor dem eisblauen Atlantik. Auf dem Meer draußen tanzen die schwarz glänzenden Körper der Robben und Pelikane umkreisen die in den Hafen heimkehrenden Fischer. In Lüderitz erwerben wir das Permit für Kolmanskop im Reisebüro. Es ist Samstagnachmittag und das Städtchen scheint zu schlafen. Wir spüren den Hauch Deutscher Geschichte und überlegen, was für Schicksale sich hier im Diamantenfieber ereignet haben. Lüderitz ist ringsum von Wüste eingeschlossen. Nur noch beiger Sand so weit das Auge reicht. Faszinierend, dass weder Land noch Wasser Leben für uns Menschen geben. Und ausgerechnet hier wurden die schönen, glitzernden Steinchen gefunden.
Im schönsten Licht erreichen wir Kolmanskop - Ghost Town. Schön wohnten die bedeutenden Personen des Orts zur damaligen Zeit. Die imposanten Wohnhäuser hatten großartige Treppenhäuser und künstlerisch gestaltete Empfangsräume, die das modernste an deutschen Architekturstilen und Innenausstattung - offene Kamine und Badewannen aus Terrazzo - widerspiegelten. Man kann sich vorstellen, wie modisch herausgeputzt in schön zugeschnittener Kleidung die besseren Hälften der Diamantenkönige durch den tiefen Sand promenierten, ihre linke Hand, meistens in Baumwollhandschuhen, hielt recht steif ihre lange Schleppe am Kleid, während die rechte Hand den mit Federn und Blumen verzierten Hut gegen den Druck des Windes festhielt. Erwartet von einer herrlich eingerichteten Villa mit traumhaftem Blick Richtung Märchenland und Wüste. Doch die Wüste holt sich unerbittlich alles zurück. Heute wispert der Wind in den leeren Straßen, zerbrochenen Fenstern und offenen Türen, da die zerfallenden Gebäude allmählich in dem überall eindringenden Wüstensand versinken. Noch trotzen die Häuser dem Sand - doch wie lange noch? Sie ereilt dasselbe Schicksal, wie ihre damaligen Bewohner. Ein Ende in der Wüste. Einige der Gebäude sind bereits verschwunden, oder es schaut nur noch ein verlorener Dachfürst aus dem Sand. Was diese Häuser wohl schon alles erlebt haben? Was ist in den Zimmer geschehen, in denen sich heute der Sand türmt? Eine seltsame Stimmung bemächtigt sich unser und der Wunsch entsteht, mehr über diese Zeit zu erfahren. Leider endet unsere Zeitreise vorerst hier und wir können nicht weiter zurückblicken.
Bei Dunkelheit fahren wir Richtung Aus zur Klein Aus Vista Lodge. Die Sicht ist so klar, dass wir entgegenkommende Autos bereits 15 Kilometer im Voraus sehen können.
Ein langer, ereignisreicher Tag geht zu Ende. Wir machen Feuer im Kamin, genießen eine Flasche Rotwein und den Sternenhimmel. Hinter dem Haus liegt eine Terrasse zwischen den Felsen. Wir erahnen den Blick in die märchenhafte Wüste.
Mit der Sonne erwachen auch wir und blicken von unserer Terrasse über das Tal in die unendliche Weite. Aus einer roten Kugel wird langsam eine strahlend gelbe Morgensonne, die Stück für Stück das Tal in ihren Besitz nimmt. Das zartsilbrige Gelb des Grases, die Hügelketten und der blaue Himmel beginnen im Morgenlicht zu strahlen. Wir frühstücken auf unserer Terrasse und erkennen nach kurzer Zeit, dass wir viel zu sehr mit der Natur beschäftigt sind und überhaupt nicht zum Essen kommen. Neben dem Telefonvogel besuchen auch einige andere gefiederte Gäste unser Frühstücksbüffet und hüpfen fröhlich über die Teller. Zum Dank werden wir mit wunderschönen Gesängen belohnt. Ein Hase hoppelt um das Haus und sowohl eine Schwanz- als auch eine Elefantenmaus leisten uns Gesellschaft. Mit steigender Sonne kommen Eidechsen aus den Felsen hervorgekrochen und liegen träge in der Sonne. Sie scheinen wie wir zwischen den hohen Felsen in die Weite zu blicken. In der Ferne erkennt man im zarten Gelb eine schwarze Schlange - das Bahngleis nach Lüderitz. So zart wie die Farben der Natur sind auch ihre Geräusche. Außer dem Piepsen der Mäuse und dem Vogelgezwitscher einfach nichts.
Unsere Reise führt uns auf eine Pad zwischen den Bergen der Randstufe auf der einen und der Namib auf der anderen Seite. Wie in Botswana haben wir das Gefühl auf dem Ozean zu reiten. Das Wellblech - die Bodenwellen - sind teilweise sehr ausgeprägt, obwohl regelmäßig Scrapper den Untergrund gerade hobeln. Entweder wir fahren so langsam, dass wir jede Welle nacheinander nehmen – oder so schnell, dass wir darüber hinwegfliegen. Die Hügel und das gelbe Gras in rötlichem Sand, der bis ins Pink übergeht erzeugen das Gefühl, als ob die Landschaft schwebe. Wie im Land der Feen und Elfen werden wir von zarten Pastelltönen verzaubert. Langsam verändert sich die Landschaft und wir haben den Eindruck wieder in der Realität zu landen. Nach langer Holperfahrt erreichen wir endlich ein Straßenschild - vor dem Kühe liegen - und ein Farmhaus. Die Zeit scheint hier stillzustehen. Immer wieder reihen sich Hügelketten an die nächsten; doch mischen sich so langsam auch höhere Bergketten dazwischen. Wir erreichen die Grenze zum Namib Naukluft Park und treffen wieder vermehrt auf Springböcke, Oryxe und Strauße. Auch hier umgibt uns wieder ein Ozean der gelben Weite. Von Westen rücken die rosafarben Dünen der Namib stetig näher an die Straße heran und im Osten bildet Rooirand mit den Tirasbergen immer neue bizarre Felsskulpturen aus dunklem Gestein.
Als wir endlich die Einfahrt zum Sesriem Camp erreichen, ist es früher Abend. Doch zwischen uns und dem Platz liegt tiefer Sand. Leider protestiere ist zu spät - wir sind bereits eingegraben. Wir schaufeln mit den Händen Sand unter die Räder und finden noch zwei Bretter zur Hilfe, die wir unter die Räder schieben. Es staubt und stiebt in alle Richtungen. Doch es hilft alles nichts. Von Kopf bis Fuß in Staub gepudert, muss uns dennoch ein 4x4 Auto herausziehen. Unser Auto steht jetzt zwar vor dem Campingplatz, doch wie sollen wir morgen früh über den Sand zurück und in die Sossusvlei gelangen? Ein zweiter Weg besteht aus zwei kürzeren Tiefsandpassagen, die von festem Boden unterbrochen werden. Wir beschließen, es mit viel Anlauf und Vollgas zu versuchen.
Kurz vor Dunkelheit bauen wir das Zelt auf, machen ein schönes Feuer und genießen als Abendessen eine Flasche Rotwein und den gigantischen Wüstensternenhimmel. Hier in der Dunkelheit der Wüste scheint die Milchstraße noch ein Stückchen näher zu uns gerückt zu sein. Schaut man in den Himmel und sieht all die unbekannten Sternbilder, dann beschleicht einen das Gefühl, man sei auf einem anderen Planeten. Ebenso ergeht es einem mit der Landschaft: sie ist von überirdischer Schönheit, die sprachlos macht. Erst spät in der Nacht geht der Mond auf und taucht die Wüste in fahles Licht. Während wir die Natur genießen, werden wir von zwei Schakalen, die immer wieder am Feuer auftauchen und zu uns hinübersehen, beobachtet. Nachdem alles Holz verbrannt ist, schlafen wir warm und weich gebettet auf Wüstensand. Während wir in die Dunkelheit lauschen, können wir die Tiere hören, wie sie neben dem Zelt stehen und fressen.
Um 5 Uhr morgens ist es immer noch nicht kalt. Jetzt gilt es die beiden Tiefsandpassagen zu überwinden, dann steht der Sossusvlei nichts mehr im Wege. Wir fahren an den Tiefsand heran, begutachten den Pistenverlauf, nehmen sehr viel Schwung und mit Vollgas im zweiten Gang überwinden wir die Passagen. Es ist stockfinstere Nacht, als wir durch die nächtlichen Dünen Richtung 4x4 Parkplatz sausen. Dann wird es überraschend schnell hell, ein gräuliches Licht liegt über verdorrten Akazien und den ersten nahen Dünen, deren Höhe einfach unglaublich ist.
Als wir in der Deadvlei ankommen, liegt sie noch wenig beeindruckend im Schatten. Doch die Sonne kommt unaufhaltsam. Die Szenerie ist faszinierend, weil wir fünf Dimensionen haben: blauer Himmel, rote Dünen, schwarze Bäume und die weiße Pfanne mit und ohne Schatten. Die Bäume wirken im Schatten noch schwarzer und gespenstischer. Ähnlich wie im Köcherbaumwald habe ich nach jedem Foto das Gefühl, dass es noch eine viel bessere Perpsektive gibt. Nachdem unsere Fotoapparate glühen, beschließen wir zur Sossusvlei hinüberzuwandern. Wir durchqueren die Pfanne, an deren Rand viele Kameldornbäume wachsen. Mittlerweile ist es richtig heiß. Doch glücklicherweise weht vom Atlantik ein kräftiger Wind. Barfuß klettern wir am Kamm der höchsten Düne hinauf - zwei Schritte hinauf und einen hinunter. Oben angekommen stehen wir 200 Meter über dem Vlei und dem Meer aus Sandsternen, einem Labyrinth aus in der Sonne leuchtenden Dünenkämmen und schattenschwarzen Senken. Zu sehen und zu hören ist nichts außer dem Rieseln des Sandes, den der Wind in feinen Staubfahnen über die Wüste treibt. Die vorherrschenden Winde haben in der südlichen Namib Sterndünen angeweht, Gebilde, die aus der Luft aussehen wie Kraken. Vom zentralen Scheitelpunkt der Düne verlaufen mehrere Rücken in verschiedene Richtungen. Dazwischen liegen die Vleis, Salzpfannen, die nach starken Regenfällen von Flüssen aus dem Hochland gespeist werden und sich dann in Seen verwandeln.
Der Reiseschriftsteller Pierre Loti soll einmal gesagt haben: in der Wüste begreifen wir, dass wir eigentlich überhaupt nichts brauchen, weil alles schon da ist. An diesem Platz kann ich seine Aussage nachvollziehen. Die Namib, vor mehr als 50 Millionen Jahren entstanden, ist die älteste Wüste der Welt. Dafür hat sie sich großartig gehalten. Hier scheint uns die Erde noch unverstellt gegenüberzutreten, hier fühlt man sich auf nie gekannte Art zu Hause. Nach einer längeren Pause beginnen wir den Abstieg auf dem Kamm der Düne. Doch nach kurzer Zeit entscheiden wir uns für den direkten Abstieg entlang der Dünenflanke. Es erinnert an eine schwarze Piste beim Skifahren. Fast senkrecht abfallend waten wir durch den tiefen, warmen Sand. Immer wieder werden wir von Nebeltrinkerkäfern überholt, die eigentlich nur in unseren Schatten flüchten wollen. Der Nebeltrinkerkäfer ist eines der vielen Tiere, der trotz großer Trockenheit in der Namib leben kann. Dies liegt daran, dass es sich bei der Namib um eine Nebelwüste handelt und der Nebeltrinkerkäfer sich den morgendlichen Nebel mit seinem Rüssel einfängt. Durch die Pfanne des Tsauchab, die bei Regen mit Wasser gefüllt ist und bis zum Sesriem Canyon einen Fluss bildet, laufen wir zurück und sind froh, schnell ein Shuttle zu finden, das uns zum Auto und zu kühlen Getränken fährt.
Nachdem die Piste uns und das Auto fürchterlich durchgeschüttelt hat, erreichen wir die Namib Desert Lodge rechtzeitig zur Sundowner Fahrt. Im offenen Jeep genießen wir die Fahrt über die weichen, roten Dünen. Traumhafte Dünenlandschaften liegen vor uns, umrahmt von versteinerten Dünen. Kurz vor Sonnenuntergang erklimmen wir eine besonders hohe Düne. Am Kamm angekommen, geht es so steil hinunter, dass man das Gefühl hat, vornüber ins Nichts zu stürzen. Aber das Nichts ist kein Nichts, sondern AFRIKA! Der Blick schweift über die Ebene mit gelbem Gras, einer Reihe Bäume und zwei dahinterliegenden Bergketten. Schöner geht es nicht.
Die Luft ist diesig und richtig heiß. Kein Lüftchen weht vom Atlantik über die heißen Dünen. Umso größer ist unsere Freude über frisch gebackenen Apfelkuchen in Solitaire. Gestärkt und voller Tatendrang geht es zurück auf die Pad zur Rostock Ritz Desert Lodge. Die roten Dünen nähern sich mehr und mehr der Straße. Das Gelb des Grases vermischt sich mit dem Dünenrot. Die Luft steht und die Hitze flimmert über dem Sand. Unsere Kehlen atmen auf, als sie in der Lodge mit einem kühlen Saft begrüßt werden. Die herrlichen, höhlenartigen Zimmer der Lodge speichern die Kühle in ihrem Inneren und sind die Erlösung vor der Hitze. Unser Blick gleitet über die flimmernde Hitze in die Weite, gleichzeitig aber auch auf das Wasserloch, an dem einige Strauße ihre trockenen Kehlen benetzen und die Rotstock-Berge. Am Pool liegend genießen wir bei Gin Tonic und Amarula den Blick über die gelbe Grasebene mit ihren sanften Hügeln im Hintergrund. Irgendetwas ist anders als vorhin. Das Gras beginnt leise hin- und herzuschwanken und die Blätter rascheln im Luftzug. Auch die Strauße kreuzen nach einiger Zeit die Bildfläche. Offenbar haben sie für heute genug getrunken. Der Wind wird immer stärker und die Sicht wird wieder klarer. Es ist schon ein wenig krotesk, dass wir über den spiegelnden Pool in die Trockenheit der Wüste blicken, während der Wind den trockenen Staub aufwirbelt, um ihn als riesige, sich drehende Säulen in den Himmel zu jagen. Das Schauspiel der Natur zieht uns in seinen Bann, während es einige andere Bewohner völlig unbeeindruckt lässt. Die Erdmännchen gehen ungeniert ihren Jagd- und Spielgewohnheiten nach. Eines der posierlichen Tierchen genießt sogar unsere Streicheleinheiten und begleitet uns in unser Zimmer. In ihrer Art sich zu bewegen, vor allen Dingen aber in ihrer Neugier unterscheiden sich die kleinen Erdbewohner kaum von kleinen Kindern. Es erkundet das Zimmer, spielt mit unseren Schuhen, untersucht die Reisetasche und verschwindet fast ganz in ihr. Vor unserer Tür findet es schließlich unter einem Stein einen Nebeltrinkerkäfer. Es knirscht und knackt, als ob jemand Chips essen würde. Für einen Moment schauen noch die Beine aus dem Maul, dann ist jede Spur des Käfers verschwunden.
Nachdem sich unser kleiner Gast satt und zufrieden verkrümelt hat, liegen wir wieder am Pool und genießen den wunderschönen Blick. Der Wind bläst sehr stark. Dadurch ist die Hitze erträglicher und die Sicht viel klarer geworden. Wir sind zufrieden mit der Wettersituation, da wir einen Rundflug über die Sossusvlei machen wollen und uns nichts mehr als klare Sicht wünschen. Im offenen Wagen werden wir zum Airstrip gebracht. Ein fernes Brummen klingt aus der Stille zu uns hinüber. Kurz darauf starten wir vom Rostock International Airport. Wie in einem Traum gleiten die orangeroten Farbtöne unter uns hinweg. Rasch erreichen wir die roten Namib Dünen und sehen die geteerte Straße zum 4x4 Parkplatz der Sossusvlei. Via Düne 45 gelangen wir zur Deadvlei und Sossusvlei Pan. Von jetzt an gibt es nur noch ein einziges, rotes Dünenmeer soweit das Auge reicht. Zunächst sind alle Dünen noch leicht begrünt. Doch sowohl das Grün als auch das Rot der Dünen verschwinden und weicht beigen Dünen. Düne reiht sich an Düne - alle mit klar gezeichnetem Dünenkamm. Doch allmählich werden sie flacher. Die verlassenen Diamantencamps erscheinen unter uns. Ruinen - Zeugen vergangener Zeiten und großen Hoffnungen und Träumen. Kurz darauf treffen Sand- und Wasserwüste aufeinander. Gleisendes Licht und gleichtzeitiger Nebel erwarten uns. Der gräuliche Ozean brandet auf die beige Wüste - ein kaum zu erkennender Farbübergang. Plötzlich taucht unter uns die gestrandete Eduard Bohlen auf, die zur Deutschen Ost Afrika Linie gehörte. Viele große Seerobbenkolonien liegen am Strand und lassen sich von den kräftigen Wellen umspülen. Der Atlantik schäumt und ist grün vor Algen. Bereits kurze Zeit später überfliegen wir Conception Bay und die gestrandete Shaunee. Viele, einige richtig große Walfischknochen liegen am Strand und machen dem Namen der Küste alle Ehre. Völlig unvermittelt taucht aus dem Dunst die Lange Wand auf. Die Dünen sind hier so steil, dass man sie nicht besteigen kann. Diamantensucher sind damals bei Ebbe mit ihren Ochsenkarren am Strand auf Diamantensuche gewesen. Als die Flut kam, konnten sie sich nicht retten, da die "Lange Wand" zu steil war und sind alle ertrunken. Wir drehen ab und fliegen wieder ins Landesinnere. Der Kuiseb Pass liegt unter uns. Im Canyon ist es feucht. Kräftiges Grün leuchtet zu uns hinauf. Die Grenze ist scharf geschnitten: rote, hohe Dünen der Sandwüste - der Canyon als Grenzlinie - graue, flache Steinwüste. Der Gegensatz auf so engem Raum könnte nicht größer sein. Kameldornbäume wachsen im Flusslauf, der von schroffen lebensfeindlichen Felsen umrahmt werden. Ganz plötzlich erscheint wieder die sanfte, rotgelbe Landschaft mit den zartgrünen Hügelketten unter uns. In der Ferne liegt bereits die Lodge im Abendlicht der Rotstockberge und scheint uns freundlich zu erwarten.
Jeder Traum geht einmal zu Ende und so verlassen wir wehmütig das Rostock Ritz. Die Piste ist mal besser mal schlechter und führt uns zunächst in den Gaub Pass. Recht steil und kurvenreich geht es ins Flussbett und danach wieder hinauf. Die letzten Köcherbäume wachsen in dieser Gegend, bevor nur noch die schwarze Steinwüste des Kuiseb Passes folgt. Teilweise ist die Piste so steil, dass sie an einigen Stellen asphaltiert wurde. Dann erklimmen wir eine letzte Kuppe und schlagartig ist alles vorbei. Der Blick geht wieder in die weite Ebene, durch die sich eine Baumkette zieht und das bräunliche Gras wieder gelblich wird. Leider weicht das zartgelbe Gras rasch einem grauen und verschwindet schließlich ganz. Es gibt sicherliche reizvollere Strecken als vom Kuiseb nach Swakopmund. Die Namib ist hier trostlos, bretteben und grau. Und dennoch gibt es hier seltene endemische Pflanzen und bizarre Landschaften. Dieser Art von Wüste glänzt nicht spektakulär, sondern fordert vom Betrachter Geduld und einen scharfen Blick fürs Detail: beispielsweise das feine Gespinst vertrockneter Pflanzen am Straßenrand, die sich, wenn man sie mit Wasser benetzt grün verfärben und aufleben. Andere Pflanzen nehmen die Nebelfeuchtigkeit auf, die vom Atlantik landeinwärts in die Namib zieht.
Vorbei geht es am Vogelfederberg, einem etwa 60m hohen Inselberg. Umgeben von grauer, flacher Wüste fahren wir, bis kurz vor Walvis Bay die Dünen beginnen. Kräftiger Wind erwartet uns, fegt den Sand über die Straße und taucht alles in ein difuses Licht. Die Gegend ist schemenhaft verschwommen und wir können leider die schönen Dünen zwischen Walvis Bay und Swakopmund kaum erkennen. Nach den heißen letzten Tagen ist es heute richtig kalt. Auf direktem Weg fahren wir zur Beachlodge und genießen erst einmal den Blick aus unserem bodentiefen, runden Fenster auf den Atlantik. Nachdem wir lesend eine Stunde die Sonne genossen haben, fahren wir nach Swakopmund zum Bummeln. Sand und Wind lassen daraus leider kein Vergnügen werden. Dennoch empfängt uns Swakopmund ganz nostalgisch mit Schnörkeln, Pastellfarben und kaiserlichem Gelb am wilhelminischen Postamt. Etagenbäume wiegen sich im Wind über den niedrigen Bungalows der wohlhabenden Viertel am Stadtrand und der rot-weiß-gestreifte Leuchtturm verbreitet Ostseestimmung. Vom Einfallstor für Siedler und Handelswaren nach Deutsch Südwestafrika, vom gänzlich untauglichen Hafen für die Linienschiffe von Woermann hat sich Swakopmund zu einem schmucken Seebad gewandelt, fest in deutscher Hand. Der so häufig aus der Namib einfallende Nebel, der Stadt und Umgebung in eine deprimierende graue Suppe hüllt, scheint sie nicht zu stören. Meist löst er sich ja auch gegen Mittag wieder auf.
Von Swakopmund nach Windhoek
Nachdem wir die Skelettküste bereits aus der Luft gesehen haben, fahren wir huete direkt in sie hinein. Alles ist grau - sowohl der Sand, als auch der Atlantik zu unserer Linken. Als wir von der Küste wegbiegen und uns dem Damaraland nähern, wird es langsam wieder gelber. Der Brandberg mit seinen umliegenden Hügeln taucht bereits in der Ferne auf. Wir fühlen uns heute wie in einem Umluftbackofen. Doch als wir uns den Bergen nähern, wird es zum Glück etwas kühler. Das Land wird ringsum wieder hügelig und Büsche und Bäume säumen den Weg. Richtig kurvig wird es jetzt sogar, die Weite bleibt uns aber erhalten. Wir erreichen das Herero Land. An einem Stand der Hereros halten wir an, Drei Frauen nähen mit einer alten Singer Nähmaschine direkt am Straßenrand kleine Puppen als Souvenier. Auf unserem weiteren Weg treffen wir immer wieder auf Donkey-Cars (Eselskarren). Auch die für die Gegend so typischen Termitenhügel mit all ihren bizarren Formen begleiten uns duch das Damaraland. So langsam zeigt sich die Gegend von seiner schönsten Seite. Überall tauchen Vulkanberge und Kegel in allen Größen auf. Eine bizarre Landschaft eröffnet sich uns. Die Gesteine zerfallen und liegen lose herum, ähnlich dem Spielplatz der Giganten. Dazwischen wachsen niedrige Bäume und immer wieder hört man Ziegenherden meckern. Kurz darauf erreichen wir Camp Xaragu. Eine sehr ursprüngliche Lodge erwartet uns hier. Verlässt man das Zelt zum hinteren Ausgang, steht man im Bad unter freiem Himmel, das nur durch einen Bambuszaun abgetrennt ist und von Petroleumlampen beleuchtet wird. Da es immer noch sehr warm ist, schlafen wir im offenen Zelt. Der Wind streicht hindurch und langsam wird es kühler. Lange lausche ich den bis tief in die Nacht hinein rufenden Geckos.
In dieser Gegend leben die selten gewordenen Wüstenelefanten, die wir heute hoffentlich sehen werden. Es ist absolut faszinierend wie unser Guide die Spuren der Dickhäuter findet. Hin und her, kreuz und quer durch Aba Huab und die Vulkanberge. Um die Berge herum liegt auch hier weicher Sand. Immer wieder fahren wir durch und in ausgetrocknenten Flussbetten. Abgebrochene Zweige, Fußabdrücke und Köttel sind unsere Wegweiser. Und plötzlich sind sie da. Wüstenelefanten gibt es nur in der Namibwüste sonst nirgends. Sie haben längere Beine, eine spezielle Fußsohle mir breiterer Auflage, sind kleiner und haariger. Sie liegen beim Schlafen unter den Büschen. Außerdem können diese Elefanten Berge besteigen und bis zu 70km lange Märsche pro Nacht zurücklegen. Es sind gefährliche Tiere, da sie völlig wild leben.
Auch in den Höhlenmalereien von Twyfelfontein begegnen wir den Elefanten wieder. Die Gravierungen in den Sandsteinfelsen von Twyfelfontein geben heute noch Rätsel auf. Die Vorfahren der San haben vor mehreren 1000 Jahren mit Quarzstein Giraffen, Löwen, Nashörner, Antilopen und andere Beutetiere in den Stein über der "zweifelhaften Quelle" geritzt. In der Regel sind Gravierungen auf Sandstein mit spitzen Steinen als Umrisslinien oder Flächen eingehämmert worden. Doch es gibt auch die Malereien der San. Diese finden sich häufig auf Granit in Höhlen. Die meist flächig aufgetragenen Farben basieren auf natürlichem Ocker wie Eisenoxid oder Zink, aus gebranntem Kalk und Blut. Die Farben wurden in den Hörnern kleiner Tiere aufbewahrt. Mit der Hand oder mit Bürsten aus Tierhaar, Federn oder Pflanzenfasern wurden die Farben aufgetragen. Neben diesem Hintergrundwissen werden wir auch in die Unterschiede der Denkweise von Schwarzen und Weißen eingeführt: die Jungen des weißen Breitmaulnashorns laufen immer vor ihrer Mutter. Daher ist diese sehr aggressiv. Die Jungen des schwarzen Spitzmaulnashorns laufen immer hinter der Mutter. Daher ist diese viel ruhiger. Sie kann das Kleine besser verteidigen. Weiße tragen ihre Babys meist vorne an der Brust, die Schwarzen hinten auf dem Rücken. Sind wir also aggressiver? ;-) Desweiteren erfahren wir, dass aus den Wurzeln des Weißrinden- oder Schäferbaums Muckefuck gemacht wird. Schäferbaum heißt dieser Baum auch, weil in der Mittagssonne gerne die Schafe Schutz unter ihm suchen.
Die Strecke bis Palmwag mit knapp 100km halten wir für einen Spaziergang. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Piste ist so katastrophal, dass wir über drei Stunden benötigen. Leider verschwindet nach einger Zeit auch noch die abwechslungsreiche Vulkanlandschaft. Schon hier deutet sich an, dass die Landschaft von nun an immer archaischer wird. Erst kurz vor Sonnenuntergang erreichen unsere völlig durchgeschüttelten Knochen endlich die Palmwag Lodge Zu allem Überfluss müssen wir bei unserer heutigen Inspektion unserer miserablen Reifen feststellen, dass unser Favourit - links hinten - einen tiefen Schlitz bis auf die Drähte hat. Gut nur, dass wir ihn gesehen haben und uns nicht erst der Reifen um die Ohren fliegen musste.
Am frühen Morgen begleiten uns Springböcke, Oryxe, Zebras, Giraffen, Kudus auf dem Weg zu den Ovahimba. Im relativ unberührten Norden leben die die Tiere außerhalb von Parks genauso zahl- und artenreich wie im Etosha. Friedlich fressend stehen sie im Morgenlicht rechts und links der Pad. Oft wurde von den Löwen, Geparden und Leoprden berichtet, die im Norden leben und ihr Unwesen treiben. Bisher konnten wir uns das nicht vorstellen, doch bei diesem Beutereichtum ist hier das reinste Paradies für die großen Jäger. Einige Springböcke springen vor Freude wie ein Flummi senkrecht in die Luft und landen zielsicher mit ihren zierlich wirkenden Beinen zwischen dem vulkanischen Geröll. Obwohl in dieser roten Steinwüste nur Euphorbien wachsen, ist es dennoch so tierreich. Offensichtlich kann man zwischen dem Geröll doch noch einges an Essbarem finden. Inmitten dieser Steinwüste, die für uns kein sichtbares Ende nehmen will, erklärt uns unser Guide Willi, dass in wenigen Metern die Steinwüste vorbei sein und wir keine Euphorbien mehr sehen würden. Wie mit dem Lienal gezogen stehen die Euphorbien in Reih und Glied und nach dieser imaginären Linie wächst keine einzige mehr. Wir fahren durch busch- und baumreiches Hügelland bis zum Huanib. Dort begeben wir uns wieder auf die Suche nach Wüstenelefanten. Wir durchkreuzen immer wieder das Flussbett und sehen große Herden von Springböcken und Antilopen, aber keine Elefanten. Eine große Herde Strauße rennt aufgeregt vor uns durch das Flussbett. Wüstenelefanten sehen wir heute leider keine. Kurz vor Sesfontein gabelt sich die Piste und wir biegen Richtung Opuwo ab. Steile Pässe geht es hinauf und hinunter. Willi zeigt uns die Flaschenbäume. Stachelschweine stechen diese oft auf, um an das Wasser zu gelangen. Wenn sie offen sind, bauen später Bienen ihre Nester hinein. Wir durchqueren viele Flussbetten und treffen von jetzt an immer häufiger auf die Viehherden der Ovahimba. Schließlich erreichen wir den heiligen und einzigen Platz, an dem die Ovahimba ihre Erde zum Färben der Haut holen. Bevor sie jedoch die Erde der Erdhöhle entnehmen, besuchen sie einen heiligen Ort, der ganz in der Näge liegt. Eine tiefe Erdhöhle ist über die Jahre entstanden, so dass die Frauen immer tiefer hinunter klettern müssen, um zu graben. Um an die wertvolle Erde zu gelangen, müssen die Frauen teilweise viele Kilometer zurücklegen. Doch wie entsteht diese braune Erdcreme, die für die Ovahimba so wichtig ist? Wir erfahren, dass die Kuhmilch so lange geschleudert wird, bis sich Fett und Wasser trennen. Das Fett wird gekocht und wird dadurch zu einer butterähnlichen langhaltbaren Substanz. Diese wird mit speziellen Kräutern, sowie der braunen Erde gemischt. Die Ovahimba cremen sich täglich mindestens einmal mit dieser Creme ein. Für sie ist das dasselbe, wie für uns die tägliche Dusche. Sie reinigt und pflegt die Haut und schützt auch vor der sengenden Sonne.
Auf den letzten kilometern Richtung unseres Dorfes werden wir vom herrlichem Duft der Akazienbäume umhüllt. Ein leichter grüner Schimmer umgibt das Geäst der Bäume und zeigt damit unmissverständlich ,dass der Winter vorbei ist und sich der Frühling mit riesigen Schritten nähert.
Ein Himbadorf besteht aus nur einer Familie. Der Mann hat bis zu fünf Frauen und lebt im Haupthaus. Die Söhne bleiben nach der Hochzeit im Dorf und versorgen die Eltern. Die Töchter ziehen zu ihrem Mann ins Dorf. Dafür erhalten die Eltern Kühe und Ziegen. Beide Geschlechter sind daher als Kinder für die Ovahimba wichtig. Die Ovahimba sind Nomaden, die weiterziehen, sobald es nicht mehr ausreichend Gras und Wasser für ihr Vieh gibt. Sie ernähren sich ausschließlich von ihrem Vieh. Wild wird nicht gejagt. Alle sind mit der Erdcreme gefärbt und haben eine wunderschöne rötlichbraune Hautfarbe. Die Haare sind zu Zöpfen aus Erdcreme gewickelt. Wachsen diese nach und werden am Haaransatz locker, werden sie ausgewaschen und neu gewickelt. Das Haar wird auf eine ganz bestimmte Länge zurückgeschnitten. Die Kleider sind aus Kuhfell und -leder gemacht. Der Schmuck aus Horn und Leder. Die Milch wird in verschließbaren Kürbissen gelagert. Es ist verboten aus den Kürbissen zu trinken. Eine Trinkschale wird verwendet. An Schmuck und Kleidung kann man erkennen, ob eine Frau verheiratet ist und ob und wieviele Kinder sie hat. Kleidung und Schmuck sind sehr schwer (15kg). Wenn geheiratet wird, dauert die Feier mehrere Tage und diese Bekleidung wiegt etwa noch einmal 15kg. Die Hütten sind sehr ordentlich eingerichtet und aufgeräumt. Eine Feuerstelle zum Wärmen befindet sich in der Mitte der Hütte. Das Feuer darf niemals ausgehen. Gekocht wird immer im Freien. Die Milchbehälter sind grundsätzlich rechts am Eingang platziert, während alles andere aufgehängt wird. Alle laufen barfuß und tragen höchstens eine Art Riemensandalen. Die Himba tragen viel Schmuck an Hals, Handgelenken und Füßen. Sogar die Säuglinge tragen schon Schmuck um den Hals. Im Zelt werden auch die Kleider parfümiert. Dazu werden verschiedene Kräuter angezündet, ein Korb über das Feuer gestellt und die Kleider darübergehängt. Es riecht sehr gut. Am besten riecht allerdings die braune Erdcreme. Ich werde mit Creme und Puder am Arm eingestrichen und kann so wenigstens einen Tag lang diesen herrlichen Geruch genießen. Nach was riecht das? Es ist ein unbeschreiblicher Geruch. Nach Erde, Milchprodukt, Leder, herber Natur...
Schließlich beginnen die Ovahimba zu tanzen. Dazu klatschen und singen die Frauen und immer eine andere tritt in die Kreismitte und tanzt. Schon die Babys auf dem Rücken der Mütter erleben den Rhythmus. Und wir können kleine Kinder beobachten, die kaum auf den eigenen Beinchen stehen können, sich aber bereits im Rhythmus wiegen.
Die Geschenke, so erfahren wir, werden am Ende des Besuchs an die Familienälteste gegeben. Diese verteilt dann alles unter den Familien. Da sich unser besuch dem Ende neigt, holen wir unsere Geschenke. Zu meiner Überraschung stellen all die vielen Kinder blitzschnell in einer Reihe auf und warten darauf, was sie bekommen werden. Wir können den ganzen Tag keinerlei Anzeichen von Streit zwischen den Kindern entdecken. Es liegt so eine Ruhe, ein tiefer Frieden über dem Dorf. Nachdem wir uns herzlich bedankt haben, verlassen wir schweren Herzens das Dorf.
Nach diesen beiendruckenden Erlebnissen suchen wir einen schönen schattigen Platz unter einer der herrlich duftenden Akazien und machen Mittagspause. Viele Fragen muss Willi während des Essens beantworten und ich ärgere mich ,dass ich mich nicht im Vorfeld intensiver mit diesem Volksstamm beschäftigt habe. Auf unserer Weiterfahrt zeigt uns Willi einen Schlangenbaum, der sich mich seinen weichen Ästen, um einen anderen Baum schlingt, ohne diesen zu erdrücken. Auch der Teebusch ist für uns äußerst faszinierend. Wenn man dieses graue, toterscheinende, strohige Gewächs in etwas Wasser stellt und zwei Stunden wartet, sprießen frische, zarte, grüne Blättchen und Ästchen die herrlich duften. Daher wird der Teebusch auch Auferstehungskraut genannt.
In Fort Sesfontein sehen wir uns kurz das alte deutsche Fort und dessen Friedhof an. Hier wird die Kolonialgeschichte wieder einnal sichtbar. Als wir vor einem Geschäft halten, wollen eine Himbafrau mit Baby und ein Schwarzer mitfahren. Unser Fahrer lehnt ab. Wir merken das und sagen ihm, er solle die drei doch mitnehmen. Er zögert jedoch immer noch und die Himbafrau sieht alles andere als erfreut aus. Schließlich haben wir fünf freie Plätze im Bus. Ich bereite dem ganzen ein Ende, in dem ich die Frau ins Auto winke. Jetzt geht ein Lächeln über das Gesicht. Schnell packt sie zusammen und will ihr Gepäck einladen. Wir nehmen ihr die Tasche, die zu unserem Schrecken bald 40kg wiegt ab und laden sie ins Auto. Ich bekomme so lange das süße Baby auf den Arm. Nachdem wir eine Weile gefahren sind, durchdringt der Himbageruch das Auto. Es riecht wie in der Hütte. Diese Mischung aus Herde, Kuh, Milch, Natur... Die junge Frau sitzt einfach nur da und hält ihr Kind auf dem Arm. Sie strahlt dabei eine unglaubliche Würde aus, wie eine "Naturgöttin". Nach einiger Zeit wollen unsere Fahrgäste aussteigen. Wir erfahren, dass sie mit dem kiloschweren Gepäck und dem Baby noch zwei Tage laufen muss und alleine im Busch übernachtet. Wir fragen Willi, ob wir sie nicht nach Hause fahren können. Nach einigem hin und her laden wir alles wieder ein und los geht es. Querfeldein durch Vulkangestein, durch Flussbetten, Bergpässe hinauf und hinunter kämpft sich der Geländewagen. Doch sie kennt ihren Weg nur zu Fuß und kann uns nicht erklären, wie wir fahren müssen. An der Farm eines Schwarzen halten wir und fragen nach dem Dorf der Ovahimba. Er erklärt uns den Weg und so rollen, schaukeln und kämpfen wir uns bald 25km über Geröll in die Berge hinein. Eine Bergkette löst die nächste ab. Eine wilde, schroffe Landschaft tut sich auf. Hier wachsen viele Flaschenbäume und das üppige Gras wird von Antilpoen abgegrast. Kurz vor Sonnenuntergang taucht in der Ferne ein Dorf auf. Sie lächelt und deutet mit dem Arm in die entsprechende Richtung. Wie schafft sie es nur diese riesige Strecke über Geröll und Berge mit dem schweren Gepäck und dem Kind barfuß zu laufen? Da ich darauf gedrängt hatte sie mitzunehmen und auch heimzufahren, schenkt sie mir einen ihrer Armreifen aus Horn. Ein schöneres Geschenk gibt es für mich im Moment nicht. Als wir halten, habe ich wieder ihren Sohn auf dem Arm und stolz holt sie noch ihre Tochter. Das gesamte Dorf versammelt sich um uns. Beim Verabschieden spüre ich noch einmal das Erdgefühl ihrer Hände. Der Abschied ist sehr herzlich. Ich hätte viel darum gegeben, länger zu bleiben, eine Nacht im Dorf zu verbringen und noch viel mehr über das Leben der Ovahimba zu erfahren. Lange winken wir einander. Doch dann beginnt für uns der lange, steinige Rückweg. Immer wieder rieche ich am Armreif. Der Geruch... leider kann man ihn nicht festhalten. Auf dem Rückweg sehen wir noch viele Giraffen, Zebras und all die anderen Bewohner des Kaokovelds. Okunene Okuhepa!!!
Zeitig am Morgen wechseln wir unseren defekten linken Hinterreifen und entdecken zu unserer großen Freude, dass wir nur ein Notrad im Kofferraum haben und kein vollwertiges Ersatzrad. Auf unserer Fahrt Richtung Etosha genießen wir noch eine Weile die raue Landschaft des Kaokovelds und den Duft der blühenden Flaschenbäume und Akazien. Das Kaokoveld scheint von den Bergen wie von einer großen, hohen Schutzmauer umgeben zu sein, die wir überqueren müssen. Manchmal fahren wir über eine Kuppe und es ist wie Fliegen, weil man wegen der Steile die Straße nicht sieht. Wir fahren vertrauensvoll ins Nichts. Die uns umgebenden Berge gleichen Tafelbergen. Der Basalt fällt senkrecht ab, bis sie weichere Gesteinsschichten erreichen, die der Erosion noch nicht zum Opfer gefallen sind. Urplötzlich hört das Gebirge auf und eine weite Ebene öffnet sich vor uns. Das gelbe Gras kehrt wieder, durchsetzt von Basalthügeln und in die Landschaft geworfene runde Felsen. Immer mehr Farmen tauchen rechts und links der Piste auf. Langsam, aber unaufhaltsam kehren wir in die Zivilisation zurück. Bei Kamanjab beginnt die Teerstraße und von hier aus erreichen wir zügig das Etosh Safari Camp.
Am frühen Abend machen wir uns auf den Weg in den Etosha Park, um Zebras, Kudus, Gnus und Springböcke zu beobachten. Die weiten Flächen sind jedoch abgegrast und grau und bieten keinerlei Deckungsschutz. Da es seit 2006 nicht mehr geregnet hat, ist das wogende Meer aus gelbem Gras längst abgegrast. Die Luft ist heiß und dießig. Der Himmel dunkelgrau, doch wolkenlos. Kein Lufthauch ist zu spüren. Der Staub steht mit der untergehenden Sonne über den kahlen Ebenen. Eine seltsame Stimmung herrscht hier. Bedrückend und bedrohlich - fast lebensfeindlich. Diese Stimmung legt sich auf unsere Gemüter und bedrückt verlasssen wir den Park.
Nachdem wir kurz nach Sonnenaufgang die Tore passieren, kreuzen ein männlicher Löwe und ein Rhino kurz nacheinander unseren Weg, um schnell wieder im Gebüsch zu verschwinden. Wenig später treffen wir auf Zebras, Giraffen und Oryxherden. Gegen Mittag fahren wir in unsere Unterkunft im Okaukuejo Resort und warten gemütlich auf die Abendstunden, die wir am Wasserloch von Okaukuejoverbringen wollen. Der erste Besucher kurz nach untergegangener Sonne ist ein Rhino. Zwei weitere Dickhäuter folgen und es kommt zu leichten Unstimmigkeiten zwischen den Herren. Völlig unbeeindruckt von den Kampfhähnen kreuzen Schakale entlang des Wasserlochs. Aus verschiednen Richtungen treffen fast gleichzeitg 4 Elefantenbullen ein. Wenn ich an die Rhinos denke, muss es gleich mächtig Ärger geben. Doch vonwegen: sie begrüßen sich freundlich und schlingen die Rüssel umeinander. Den Bullen folgen die Weibchen mit dem Nachwuchs. Riesige Herden strömen ans Wasserloch. Zunächst stillen sie ihren Durst und dann wird geduscht und gebadet. Einige kleine Elefanten gönnen sich eine Staubdusch. Das ist ein Spaß. Schließlich machen auch einige Erwachsene mit und nach kurzer Zeit hängt eine dichte Staubwolke über uns. Die übermütigen Kleinen beginnen zu spielen und tollen herum. Dabei gerät eines unter die anderen und schreit. Sofort sind alle Mütter zur Stelle, schauen was los ist und trösten die Kleinen, in dem sie den Rüssel auf den Rücken legen. Die ersten Herden verlassen bereits wieder das Wasserloch, aber aus der Dunkelheit strömen immer weiter Elefantenherden nach. Einer der kleinen Elefanten ist mutig und reizt das Rhino. Dieses weicht tatsächlich zurück - um später entgültig den kleinen Elefanten zu verscheuchen. Rhinos und Elefanten mögen sich offensichtlich nicht und wollen lieber alleine trinken. Seit einiger Zeit sind einige Giraffen in der Nähe. Augenscheinlich trauen sie sich noch nicht ans Wasserloch. Erst als einige der Elefantenbullen gegangen sind, kommen sie vorsichtig näher. Es scheint eine gewisse Reihenfolge zu geben, an die sich alle Tiere halten. Am frühen Morgen sind die Zebras die ersten, die ihren Durst stillen wollen. Schön aufgereiht, sehr wachsam und schreckhaft, trinken die 60-70 Tiere. Springböcke, Oryxe und Giraffen warten derweil im Hintergrund. Immer wieder kehrt Unruhe in die Herde dieser sehr scheuen Tiere. Nachdem die Zebras gehen, kommen Springböcke und Perlhühner an die Reihe. Kudus und Gnus warten geduldig. Doch plötzlich drängen sich die Gnus vor die Kudus und trinken mit den Springböcken. Eigentlich wären jetzt die Giraffen an der Reihe. Das dauert, da die Tiere furchtbar schreckhaft sind. Immer wieder nehmen sie Anlauf und brechen wieder ab. Während des Trinkens sind diese Tiere sehr gefährdet und daher hypervorsichtig. Es dauert aber auch, bis sie die Beine breit machen und der lange Hals den Boden erreicht. Während dieser sich mehrfach wiederholenden Prozedur warten alle anderen geduldig, obwohl sie doch auch gleichzeitig trinken könnten. Auf unserem Weg durch den Park, kommen wir an einigen zahlreich besuchten Wasserlöchern vorbei. An diesen wird gemeinsam getrunken. Oryxe und Zebras führen immer wieder kleine Kämpfe aus. Das Frühjahr kommt näher und die Rangordnung muss neu festgelegt werden. Nach einem tierreichen Tag - leider ohne Löwenrudel - erreichen wir gegen Abend Namutoni.
Im Gegensatz zu Okaukuejo ist am Wasserloch in Namutoni überhaupt nichts los. Auch am nächsten Morgen lassen sich nur Zebras und Perlhühner sehen. Nachdem die Zebras das Wsserloch bereits verlassen, kommt plötzlich Unruhe auf. Ein Tier rennt wild schreiend zurück. Drei weitere folgen ihm und warten mit einigem Abstand. Es scheint so, als hätte diese Mutter ihr Kind verloren. Sie schreit verzweifelt, doch erfolglos. Immer wieder läuft sie zurück und muss sich dennoch alleine wieder der Herde anschließen. Ein bedrückendes Erlebnis.
Nach 5 stündiger Fahrt erreichen wir Windhoek und die Zivilisation. Nach einem kurzen Bummel durch die Stadt genießen wir ein letztes Mal schönen frischen Fisch zu Abend. Jede Reise hat einmal ein Ende und so müssen wir unsere Habseligkeiten und Souveniers flugfertig verpacken. Außerdem muss das Notrad, das uns über 1000km durch Namibia gefahren hat wieder an seinen angestammten Platz im Kofferraum. Unser Reifen mit Schlitz muss nun die letzten 45km bis zum Flughafen durchhalten.
Kurz nach Sonnenaufgang erreichen wir den Flughafen. Unsere 4 Wochen gehen zu Ende, ohne dass wir geplatzte Reifen oder eine gerissene Windschutzscheibe hatten. Ich hoffe, dass meine Holzgiraffe den Flug gut übersteht und sehe, wie sie mit alle den anderen großen und kleinen Giraffen in den Giraffenkäfig des Flugzeugs gebracht wird. Erst in München wird sie ihre Herde verlassen und als Einzelgänger bei uns leben.
Wir hängen unseren Gedanken nach, während wir auf Boarding warten, als plötzlich Unruhe aufkommt. Einige Urlauber haben solche Hummeln im Hintern, dass sie bereits eine Stunde vorher am Gate stehen. Ist die Sehnsucht nach zu Hause so groß? Zu allem Unglück wird eine Gateänderung durchgegeben und die Masse rennt wie eine Viehherde zum anderen Gate. In einer weiteren Durchsage wird mitgeteilt, dass alle Passagiere mit Sitzplatzreservierung als erste einsteigen sollen. So kam es , dass wir als die Letzten plötzlich ganz gemütlich die Ersten waren. Unsere Gelassenheit, die wir uns in den letzten Wochen zu eigen gemacht haben wird bestätigt. Noch auf namibischem Boden, dem Land der Weite, Stille, Ruhe und Ursprünglichkeit sind wir zurück im unfreundlichen, egoistischen, hektischen Deutschland. Habt ihr hier nichts gelernt und mitgenommen?
Allgemeine Informationen und Links
Botswana
Nationalparks: Für alle Parks in Botswana ist es unbedingt notwendig die Übernachtungen im Voraus zu reservieren. Auf e-mail Anfragen haben wir keine Antwort bekommen. Allerdings wird innerhalb von 24 Stunden auf ein Fax geantwortet. Wenn eine Reservierung aufgrund von "ausgebucht" nicht mehr möglich ist, ist das kein Problem. Die Plätze sind fast leer. Sollte doch einmal ein Platz voll sien gibt es genügend Platz drum herum und ein Overflow Platz ist auch vorhanden. Also alles kein Problem. Die Reise kann dennoch beginnen.
Übersicht über die Nationalparks:
http://www.expertafrica.com/country/Botswana.htm
Parks and Reserves Reservation Office
P.O. Box 20364, Boseja, Maun, Botswana
Tel. (267) 6861-265, fax. (267) 6861-264
Nahe der Polizeistation in Maun
Parks and Reserves Reservations Office
P.O. Box 131, Gaborone, Botswana
Tel. (267) 580-774, Fax. (267) 580-775 oder
+267 31 80 774 and 5 for fax.
Email: dwnp@gov.bw
GPS Daten sind S 24 41' 30.0" und E 25 52' 39.0"
Geöffnet von Montag bis Freitag 7:30Uhr - 16:30Uhr, Mittagszeit von 12:45Uhr bis 13:45Uhr (Montag bis Samstag) Sonntag von 7:30 Uhr bis 12 Uhr
GPS: In Botswana ist ein GPS absolut notwendig, habe ich überall gelesen. Hier sind einige sehr hilfreiche und sehr informative Webseiten, die über Botswana informieren. GPS Koordinaten finden Sie im Kapitel "Botswana GPS". Allerdings habe ich keine einzige der Koordinaten im Urlaub benötigt. An jeder Tankstelle und in den Souvenierläden der Stadt und der Lodgen gibt es die Shell Botswana Karten. Es ist kein Fehler, so eine Karte mit sich zu führen. Auch dort sind die wichtigsten GPS Koordinaten verzeichnet. Die Karten sind gut zu verwenden. Aber die Hauptwege sind in allen Parks gut ausgeschildert.
http://www.dt800.de/
Scenic flights über das Okavango Delta sind ein Erlebnis sondersgleichen. Das Audi Camp ist eine geignete Übernachtungsmöglichkeit in Maun und bietet außerdem Rundflüge über das Delta an. Das Camp kann ich sehr empfehlen.
http://www.okavangocamp.com/audi-camp.htm
Fast alle Lodgen in Kasane bieten Ausflüge zu den Victoria Fällen und Bootstouren auf dem Zambesi / Chobe an. Eine der möglichen Adressen, die Übernachtung und Ausflüge anbietet, ist die Kubu-Lodge.
Die Lodge ist sehr zu empfehlen. Der Campingplatz befindet sich in gutem, sauberen Zustand. Die Übernachtungen sollte man unbedingt im Voraus buchen.
Eine weitere gute Campingmöglichkeit in Maun ist Toro Lodge mit sauberen Sanitäranlagen und gutem Rasenplatz.
Namibia
Autovermietung in Windhoek. Hier werden verschiedene Autotypen angeboten. Großes Angebot an 4x4 mit vollständiger Campingausstattung (deutschsprachig): http://www.ascocarhire.com Wir waren mit unserem 4x4 überhaupt nicht zufrieden. Die Wartung des Autos ist schlecht, der Aufbau überhaupt nicht staubdicht und das Zelt befand sich, was den Geruch angeht, in üblem Zustand. Wir haben daher Asco Car Hire in Fi-Asco Car Hire umbenannt.
Nationalparks:
Hier eine Übersicht der Parks: http://www.expertafrica.com/country/Namibia.htm
Wer innerhalb der Parks (Etosha, Sossusvlei, Caprivi etc) übernachten will, muss unbedingt im Voraus reservieren. Da die Parks staatlich sind, ist Reservierung vor Ort nicht möglich. Hier noch einmal die Adresse:
http://namibiahotels.net/nwr/
Die Sossusvlei kann von 5.30 Uhr bis 18.30 Uhr befahren werden. Das Gate wird pünktlich geschlossen. Man sollte eine knappe Stunde Fahrt vom 4x4 Parkplatz bis zum Gate einplanen.
Im Etosha Park ändern sich die Öffnungszeiten täglich. An den Gates ist eine Tafel mit den Zeiten angebracht. Im August ist der Park etwa von 6.15 Uhr bis 17.50 Uhr geöffnet; im namibischen Sommer natürlich länger. Pünktliches Verlassen des Parks ist sehr wichtig.
Die Robbenkolonie Cape Cross ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Malaria: Wir waren im August in Namibia und hatten absolut keine Probleme mit Stechmücken. Selbst an stehenden Gewässern (Oanob Stausee) gab es keine Insekten. Dennoch hatten wir vorsorglich eine Packung Malarone in der Reiseapotheke.
Weitere Informationen zu Malaria
Am Flughafen gibt es einen Hotelführer "Where to stay in Namibia". Dort sind fast alle Unterkünfte und Lodgen mit Adressen, Telefonnummer und Preis aufgeführt. Wir sind ohne Reservierung nach Namibia geflogen und haben jeden Abend ein Dach über den Kopf gefunden. Bei meinem nächsten Besuch werde ich allerdings die Unterkünfte reservieren. Wer dies von Deutschland aus erledigen will, hier eine tolle Webseite mit allen Unterkünften: http://www.orusovo.com/accommodation/alphalist.htm
Eine weitere Webseite, die sehr viele verschiedene Unterkünfte beschreibt, ist folgende: http://www.abendsonneafrika.de/index.php?Nav=1350&PHPSESSID=
Allgemeine interessante Informationen über Namibia sowie verschiedene Unterkünfte und deren Bewertungen finden Sie hier: http://www.stefan-loose.de/update/de/namibia.htm
Fast das ganze Land besteht aus Gravel Roads. Das Fahren ist langsam und es können keine riesigen Distanzen an einem Tag überwunden werden. Es ist immer notwendig ausreichend Flüssigkeit im Auto zu haben, so dass man auch im Fall einer Panne keine Schwierigkeiten mit dem Wasserhaushalt bekommt. Nach einigen Stunden kommen aber in der Regel immer Menschen vorbei, die einem weiterhelfen. Besonders im Damaraland stehen immer wieder Kinder und Frauen an der Straße und winken. Sie wollen und brauchen Wasser. Daher auch immer einige Flaschen zum Verschenken einkalkulieren.
Wer etwas ganz besonderes Erleben will, sollte Zeit für einen Rundflug über die Sossusvlei einplanen. Die Flüge starten in Swakopmund und werden von verschiedenen Veranstaltern angeboten. Natürlich gibt es auch andere Touren in den Norden oder Süden des Landes. Hier einige Webadressen:
http://www.scenic-air.com/
http://www.namibiareservations.com/scenic_flightse.html
http://www.africa-adventure.org/p/pleasureflights/deutsch.html
http://www.natron.net/tour/aviation/main.html
http://www.pleasureflights.com.na/german/scenic.htm
http://www.flyinafrica.com/rundfluge.htm
http://www.bush-bird.de - dieser Anbieter startet auch von anderen Lodgen, wenn Sie dies wünschen
Erstellung von geeignetem GPS fähigem Kartenmaterial
Eine noch etwas größere Baustelle. Geplant ist, gpstuner oder Fugawi auf meinem PocketPC einzusetzen. Dafür müssen jedoch vorher noch vernünftige Karten erstellt werden, etwa mit Google Earth/Maps oder MS Virtual Earth.
Beim Experimentieren stellt sich zwangsläufig die Aufgabe, mehrere Bildausschnitte (Tiles) automatisch zu einer großen, hochaufgelösten Karte zusammenzufügen. Dazu bietet sich das ImageMagick Werkzeug montage an. Hier exemplarisch der Aufruf des Kommandozeilentools zum Erstellen eines Bildes aus 5x2 Tiles:
montage -tile 5x2 -mode concatenate h0201.jpg h0210.jpg h0211.jpg h0300.jpg h0301.jpg h0203.jpg h0212.jpg h0213.jpg h0302.jpg h0303.jpg HighResMap.jpg
Eine gute Zusammenfassung aller montage Parameter findet sich hier
Zur (automatischen) Steuerung der Kartenerstellung aus Virtual Earth kann das Virtual Earth Interactive SDK benutzt werden. Leider lässt sich dieses SDK nur per JavaScript steuern und scheinbar besteht keine Möglichkeit des gezielten Kartendowloads als JPG-Datei. Eine Lösung ist die Benutzung des WebBrowser controls aus dem .NET Framework 2.0. iBrowser.Document.Images[index] liefert die URL der jpg-Tiles(!) und man kann diese separat herunterladen und später per montage zusammenfügen. Leider ist die Auflösung von Virtual Earth für Botswana unzureichend weshalb zur Kartenerstellung nun Google Earth bzw. Maps benutzt wird. Den genauen Ablauf habe ich hier beschrieben.
Links
http://www.botswanaholidays.com/botswana_information/botswana.htm#area
Reiseberichte:
http://www.matuschek.net
http://www.kh-coesfeld.de/content/hi/fotos.htm
http://botswana-connection0506.blogspot.com/
Sehr schöne Fotos (u.a. auch Okavango Delta):
http://www.geo.de/GEO/fotografie/fotoshows/50982.html?t=img&p=1
Botswana Safaris:
http://www.botswana-safaris.org/
Geo-Koordinaten umrechnen: http://mitglied.lycos.de/flugberge/info/umrechn2.htm
Moremi Karte http://jsell.pytalhost.de/Safari2004/html/moremi_game_reserve_grosse_kar.html
GPS Botswana
Ghanzi - Maun - Audi Camp - Flughafen
1. Ghanzi -21°41´59.80" 21°37´54.08" von dort nach Nordwesten bis
2. Dekar -21°32´07.49" 21°56´07.26" von dort nach Nordwesten bis
3. Kreuzung bei Bodibeng -20°59´54.00" 22°25´23.51" geradeaus nicht nach Bodibeng abbiegen. Von dort nach Nordwesten bis
4. Sehitwa -20°27´55.62" 22°42´12.89" von dort nach Nordwesten bis
5. Toteng -20°21´24.11" 22°57´14.13" geradeaus. Von dort nach Nordwesten bis
6. Kreuzung in Maun -19°59´54.14" 23°25´05.04" geradeaus, am Kreisel (Riley’s Hotel) die zweite raus Richtung Flughafen und Shorobe; im Prinzip immer auf der Strecke bleiben, aus Maun raus bis Audi Camp
7. Audi Camp -19°56´1.8" 23°30´32.46" von hier südöstlich bis
8. Flughafen -19°58´33.26" 23°25´41.52"
Flughafen Maun - Moremi South Gate - Xakanaxa Camp
8. Flughafen -19°58´33.26" 23°25´41.52" gleicher Weg zurück Richtung Audi Camp und dann weiter Richtung Nordwesten bis
1. Sakapanes -19°49´57.60" 23°36´48.56" Richtung Nordwesten bis
2. Shorobe -19°41´59.07" 23°43´27.96" Richtung Nordwesten bis
3. Veterinary Check Point -19°37´46.66" 23°47'25.53" dann links biegen. Ausschilderung ist vorhanden
4. South Gate (Maqwee Gate, S19°25,3 E023°38,9)
Third Bridge -19°14´21.59" 23°21'19.89" hier muss es sein?!?!?
Xakanaxa Camp (S19°10,9 E023°24,8) -19°10'56.93" 23°24'55.39"?!?!?!!? nachfragen
Xakanaxa Camp - Moremi North Bridge
Xakanaxa Camp
1. North Bridge -19°10´18.59" 23°45´04.16"
Moremi North Bridge - Chobe Savuti (etwa 100km)
Strecke Xakanaxa bis North Gate ist kurz; gleich weiterfahren bis Kwai River und dort wild campen) Immer Richtung Westen.
1. North Bridge -19°10´18.59" 23°45´04.16"
2. North Gate -19°10´16.16" 23°45´03.44" halb links gerade (22km bis Nordost Ecke des Parks Nr.21)
3. -19°10´01.55" 23°44´58.53" leicht rechts halten
4. Weiterfahrt Khwai River -19°09´58.33"23°45´00.84" rechts zwischen Häuser durch
5. -19°09´48.57" 23°45´10.65" rechts halten
6. -19°09´42.14" 23°45´24.29" großer Piste folgen, viele Verzweigungen aber gleiches Ziel
7. -19°09´33.36" 23°45´36.61" links fahren
8. -19°09´27.50" 23°45´48.63" man kann auch weiter links fahren, gleiches Ziel
9. -19°09´22.31" 23°45´52.27"
10. -19°09´04.79" 23°46´08.35" linke Spur geradeaus auch der andere Weg führt zur nächsten Kreuzung
11. -19°08´56.77" 23°46´38.78" geradeaus
12. Kreuzung -19°08´55.37" 23°46´47.17" links fahren dann Verlauf folgen
13. Kreuzung -19°08´45.52" 23°47´21.57" geradeaus
14. Kreuzung -19°08´33.97" 23°47´41.73" geradeaus;manchmal muss man Bäume ein wenig umfahren, Piste geht immer weiter
15. -19°08´02.88" 23°47´56.13"
16. Kreuzung -19°07´59.00" 23°47´57.61" geradeaus / links halten Baumumfahrung, dann durch verwühlte Pfanne zu nächster Koordinate eigentlich immer geradeaus
17. -19°07´01.52" 23°48´29.71" dort rechts halten geradeaus; es gibt Umfahrungen ; immer geradeaus bis nächste Kreuzung mit Koordinaten fahren
18. Kreuzung -19°06´43.66" 23°48´59.43" geradeaus
19. Kreuzung -19°06´05.86" 23°49´39.21" rechts halten
20. Umfahrungen führen auch zur Kreuzung -19°05´53.85" 23°50´04.56" geradeaus halten Richtung Westen zum Fluss Piste schlängelt sich entlang des Flusses. Kurz vor der Kreuzung ist Piste auch mal etwas vom Fluss entfernt.
21. Kreuzung an Nordost Ecke des Moremi Parks -19°07´41.47" 23°52´56.36" geradeaus weiter (7km bis Nr. 27)
22. Kreuzung -19°07´36.13" 23°53´03.51" rechts halten
23. Kreuzung -19°07´31.35" 23°53´21.21" geradeaus bis
24. Kreuzung -19°07´29.66" 23°53´26.37" geradeaus in kleine Piste
25. Kreuzung -19°07´29.38" 23°53´31.03" geradeaus bzw. links halten
26. Kreuzung -19°07´27.75" 23°53´38.00" rechts halten und gleich wieder links halten -19°07´ 29.52" 23°53´ 39.48" am Fluss entlang
27. Kreuzung -19°09´30.18" 23°55´17.67" links halten Richtung Chobe / Savuti in nordöstlicher Richtung; auf Piste bleiben; es gibt kleine Umfahrungen (11km bis Nr. 31)
28. -19°08´43.22" 23°57´34.01" weiter nach Nordosten links halten; immer Piste folgen
29. Strecke durch baumbewachsene Gegend -19°07´42.39" 23°58´05.63" rechts halten um einen Trockensee rum(Linksbogen) gerade nach Norden hoch; Piste schlängelt sich durch den Busch
30. -19°07´03.09" 23°58´31.82" Orientierungspunkt Piste schlängelt sich nach Osten und mal kurz nach Süden
31. Kreuzung (Hauptweg von Süden nach Mababe Gate) -19°06´57.44" 23°59´09.95" links abbiegen (66km bis Savuti) 32. Mababe Gate -19°06´10.89" 23°59´07.68" Straße schlängelt sich, viele Bäume
33. -19°05´38.13" 23°59´17.20"
34. -19°05´29.36" 23°59´21.55" geradeaus halten
35. -19°05´16.19" 23°59´25.30" leicht links halten am Baumrand entlang
36. -19°05´09.09" 23°59´32.26" leicht links halten immer auf Piste bleiben "geradeaus"
37. -19°04´32.53" 23°59´40.45" leicht rechts halten es gehen beide Spuren
38. Umfahrung eines Baums -19°03´46.90" 23°59´44.88" beide Wege gehen
39. Kreuzung -19°02´26.89" 23°59´30.99" rechts halten dann den linken Spuren folgen
40. -19°02´11.99" 23°59´28.44" links halten immer geradeaus
41. -19°01´42.19" 23°59´25.65" geradeaus
42. Kreuzung -19°01´11.04" 23°59´22.81" geradeaus
43. Kreuzung -18°55´32.51" 24°00´39.39" links halten kleiner Weg
44. -18°50´55.54" 24°00´52.48" rechts halten
45. -18°45´46.00" 24°00´40.56" links halten
46. Straße macht Knick nach rechts -18°45´27.73" 24°00´40.49" immer dem Verlauf folgen ca 22km
47.. Kreuzung vor Savuti -18°35´00.89"24°04´25.25" links halten Richtung Savuti Campingplatz
48. Kreuzung -18°34´20.24" 24°04´05.29" nach rechts in kleinen Weg
49. -18°34´16.05"24°04´04.06" gerade aus bis in die Anlage über einen Sportplatz? Feld?
50. Savuti Campingplatz -18°34´04.79" 24°04´01.64"
Savuti - Ngoma Gate (etwa 110km)
1. Savuti Campingplatz -18°34´04.79" 24°04´01.64" im Bogen um die Anlage fahren dann kommt man zu
2. Kreuzung bei Anlage -18°34´00.95" 24°04´02.08" dann links halten
3. Kreuzung -18°33´29.64" 24°04´14.62" rechts halten und immer geradeaus
4. Kreuzung -18°32´17.97" 24°04´36.00" rechts halten (links geht es zum Flugplatz)
5. Goha Gate -18°23´16.93" 24°14´43.30" mit Hausansammlung in 1km Kreuzung dort geradeaus und immer weiter geradeaus
6. Kreuzung vor Kachikau -18°15´15.28" 24°19´05.13" rechts halten
7. Kreuzung -18°12´14.22" 24°24´56.77" geradeaus bzw. links halten
6. Alternative Kreuzung vor Kachikau -18°15´15.28" 24°19´05.13" geradeaus links halten
7. Kreuzung -18°12´14.22"24°24´56.77" links und sind auf der Strecke zurück (Alternative zu Ende)
8. Kreuzung bei Kachikau -18°10´09.07" 24°28´39.39" links halten oder Alternative rechts siehe 9a
9. Kreuzung -18°09´03.10" 24°30´10.12" rechts halten
10. Kreuzung -18°09´06.91" 24°30´16.73" links halten
11. Bei Muchenje -17°58´19.56" 24°39´24.47" geradeaus
12. Kreuzung -17°56´53.12" 24°41´41.07" rechts halten
9a. Knick -18°09´42.00" 24°29´53.72" nach rechts
10a. Knick -18°10´18.06" 24°31´16.84" nach links
11a. Kreuzung -18°08´49.92" 24°33´27.77" geradeaus
12a. Kreuzung -18°05´35.10" 24°36´37.58" geradeaus, es kommen Knicke nach 3,3km rechts, nach weiteren 1,4km links nach weiteren 8,4km links
13a. Knick -18°59´00.78" 24°39´51.73" nach rechts
13ab. -17°57´08.13" 24°42´21.21" Alternative zu Ende es kommt Punkt 13.
13. Kreuzung -17°56´37.96" 24°43´18.77" geradeaus bzw. rechts halten
14. Ngoma Gate Kreuzung -17°55´47.05" 24°43´32.75" rechts zu Ngoma Gate (200m)
Ngoma Gate - Chobe River bis Kasane (etwa 60km)
aber man fährt gleich nach dem Gate wieder links in den Chobe NP, dem Chobe River entlang.
1. -17°55´43.49" 24°43´39.01" links abfahren
2. -17°55´26.95" 24°52´58.82" Kurve nach rechts
3. -17°54´55.60" 24°43´48.92" links abbiegen
3a. -17°53´55.64" 24°44´43.12" rechts abbiegen am Fluss entlang bis nächster Wegpunkt
4. -17°51´35.97" 24°48´51.06" immer weiter geradeaus
5. Kreuzung -17°50´28.93" 24°52´26.58" geradeaus; nicht die große Straße um die Kurve
6. Kreuzung -17°50´23.12" 24°52´37.11" links abbiegen
7. Kreuzung -17°50´22.64" 24°52´35.30" rechts
8. Kreuzung -17°50´21.13" 24°52´38.60" rechts abbiegen bei einem Haus dann immer geradeaus
9. Kreuzung -17°50´18.75" 24°53´02.39" scharf links in neue Straße einbiegen, dann rechts halten um die Kurve
10. Kreuzung -17°49´44.89" 24°58´33.02" geradeaus
11. Kreuzung -17°50´24.19" 25°01´14.28" links abbiegen
12. Kreuzung -17°49´59.60" 25°01´14.39" leicht rechts
13. Kreuzung -17°49´56.17" 25°01´16.19" rechts halten
14. Kreuzung -17°49´48.77" 25°01´35.23" rechts halten
15. Kreuzung -17°49´54.26" 25°02´29.07" geradeaus oder links kurz zum Fluss fahren (100m)
16. Kreuzung -17°50´06.38" 25°02´43.08" links halten
17. Kreuzung -17°50´04.12" 25°02´47.60" links halten
18. Kreuzung -17°50´00.19" 25°02´55.27" geradeaus näher am Wasser oder halb rechts wenn halb rechts dann bei Kreuzung -17°50´01.66" 25°02´58.91" halb rechts
19. Kreuzung -17°50´05.33" 25°03´01.86" geradeaus /halb links
20. Kreuzung -17°50´11.84" 25°03´04.53" großem Weg folgen
21. Kreuzung -17°50´13.62" 25°03´07.27" leicht rechts
22. Kreuzng -17°50´17.22" 25°03´14.51" geradeaus
23. Kreuzung -17°50´42.61" 25°03´43.86" links fahren
24. Kreuzung -17°50´31.08" 25°04´13.50" geradeaus kommt man in ein Camp rechts fahren ist auch möglich, nächste Kreuzug kommen die Straßen wieder zusammen
25. Kreuzung -17°50´30.03" 25°04´52.93" geradeaus
26. Kreuzung entlang Chobe -17°49´56.67" 25°06´58.24" vielleicht nach links (80m) um an den Fluss zu schauen ansonsten geradeaus weiter ????
27. Kreuzung entlang Chobe -17°49´36.94" 25°08´01.41" geradeaus
28. Beginn geteerte Straße -17°48´25.19" 25°08´48.57" geradeaus
29. Kreuzung bei Kasane -17°48´19.35" 25°08´51.96" rechts abbiegen
30. erste Kreuzung Kasane mit Hauptroute -17°48´54.15" 25°09´20.75" links in die Stadt
31. immer der Straße folgen bis -17° 47' 57.27" 25° 13' 41.14" dort links abbiegen, dann geradeaus in Kubu Lodge
32. Kubu Lodge -17° 47' 49.8" 25° 13' 40.2"
Fahrt Kasane - Namibische Grenze (etwa 50km)
32. Kubu Lodge -17° 47' 49.8" 25° 13' 40.2" geradeaus bis
31. -17° 47' 57.27" 25° 13' 41.14" gradeaus bis
30. -17°48´54.15" 25°09´20.75"
1. -17°55´43.49" 24°43´39.01" dort dem Verlauf erst gerade dann um Kurve folgen und dann über die Grenze.
Sound of Africa
Während unserer Reise haben wir auch einige Gesänge aufgenommen:
Song 1 from Etosha Safari Camp
Song 2 from Etosha Safari Camp
Song 3 from Etosha Safari Camp
Rhodisa (recorded at Namib Desert Lodge)
Danamaje (recorded at Namib Desert Lodge)

