Samsung R40-T2050 Chasubi
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Vorwort
Ein geeignetes Notebook für Ubuntu zu finden, ist auch nach dem Studium verschiedener Webseiten (1, 2) keine leichte Aufgabe. Meist stellt sich die Frage, auf welche Hardware kann unter Linux verzichtet werden (z.B. Modem) und was muss unbedingt funktionieren.
Das Samsung R40 scheint diese Entscheidung zu ersparen.
Hardware - was sagt der Windows Gerätemanger?
Leider wird das Notebook nur mit einem OEM-Windows verkauft. Um ein paar Informationen über die verbaute Hardware zu bekommen, ist ein Blick in die Ausgabe das Gerätemanagers sinnvoll. Danach kann mit der Ubuntu-Installation begonnen werden. Hier wird die Version 6.06 - Dapper Drake benutzt. Anmerkungen zu 8.10 (Intrepid Ibex) und 9.04 (Jaunty Jackalope) weiter unten.
Ausgabe lspci
(Nach update-pciids)
0000:00:00.0 Host bridge: ATI Technologies Inc: Unknown device 5a31 (rev 01) 0000:00:01.0 PCI bridge: ATI Technologies Inc RS480 PCI Bridge 0000:00:13.0 USB Controller: ATI Technologies Inc IXP SB400 USB Host Controller (rev 80) 0000:00:13.1 USB Controller: ATI Technologies Inc IXP SB400 USB Host Controller (rev 80) 0000:00:13.2 USB Controller: ATI Technologies Inc IXP SB400 USB2 Host Controller (rev 80) 0000:00:14.0 SMBus: ATI Technologies Inc IXP SB400 SMBus Controller (rev 83) 0000:00:14.1 IDE interface: ATI Technologies Inc Standard Dual Channel PCI IDE Controller ATI (rev 80) 0000:00:14.2 Audio device: ATI Technologies Inc SB450 HDA Audio (rev 01) 0000:00:14.3 ISA bridge: ATI Technologies Inc IXP SB400 PCI-ISA Bridge (rev 80) 0000:00:14.4 PCI bridge: ATI Technologies Inc IXP SB400 PCI-PCI Bridge (rev 80) 0000:01:05.0 VGA compatible controller: ATI Technologies Inc RC410 [Radeon Xpress 200M] 0000:02:05.0 Ethernet controller: Realtek Semiconductor Co., Ltd. RTL-8139/8139C/8139C+ (rev 10) 0000:02:07.0 Ethernet controller: Atheros Communications, Inc. AR5005G 802.11abg NIC (rev 01) 0000:02:09.0 CardBus bridge: Ricoh Co Ltd RL5c476 II (rev b4) 0000:02:09.1 0805: Ricoh Co Ltd R5C822 SD/SDIO/MMC/MS/MSPro Host Adapter (rev 18) 0000:02:09.2 System peripheral: Ricoh Co Ltd: Unknown device 0843 0000:02:09.3 System peripheral: Ricoh Co Ltd R5C592 Memory Stick Bus Host Adapter (rev 09) 0000:02:09.4 System peripheral: Ricoh Co Ltd xD-Picture Card Controller (rev 04)
Unterstützung für Multicore + WLAN + Ethernet
Um auch den zweiten Prozessorkern zu nutzen, muss ein Kernel mit SMP-Unterstützung installiert werden. Dazu einfach den aktuellen 686er Kernel installieren (dort ist SMP standardmäßig aktiviert). Also einfach per synaptic
linux-image-686
installieren.
Danach kann man per
cat /proc/cpuinfo
überprüfen, ob nun beide Prozessoren unterstützt werden. (CPU0 und CPU1 sollten dort aufgeführt sein.)
Ethernet funktioniert sofort und für die Aktivierung des eingebauten Atheros WLAN-Chip ist nur die Installation der zum Kernel passenden restricted modules notwendig:
linux-restricted-modules-686
Leider liegt ein Bug im MadWifi-Treiber der restricted-modules vor, der erst in Edgy Eft (Ubuntu 6.10) gefixt ist. Entweder also den madwifi-ng selbst kompilieren oder Edgy installieren. Für Edgy gibt es ein paar Besonderheiten bei der Installation der ATI OpenGL Treiber zu beachten. Zur Aktivierung der WPA-Verschlüsselung siehe: Besonderheiten bei der Benutzung von Feisty Fawn.
DVD-Brenner
Der integrierte DVD-Brenner TSSTcorp CD/DVDW TS-L632D verursachte bis einschließlich Firmware Version SC02 leider ernsthafte Probleme, welche zu einem spontanen Einfrieren des Systems führen konnten. Der Einsatz des gepatchten libata-Treibers half zwar, war aber eine sehr unbequeme und unelegante Lösung.
Glücklicherweise sind mit Erscheinen der Firmware Version SC03 (vom 8. Februar 2007) die oben genannten Probleme offenbar behoben. Es wird an dieser Stelle dringend angeraten, mindestens diese Version zu verwenden, wenn man sich Probleme mit dem Brenner unter Linux ersparen möchte. Das Binärabbild der Firmware sowie das dazugehörige Windows-Programm für das Update können von Samsung ODD (koreanische Website) heruntergeladen werden.
Sound
Sound funktioniert "out of the box". Im Logfile /var/log/messages finden sich allerdings u.a. folgende Einträge:
hda-intel: Invalid position buffer, using LPIB read method instead.
Die genaue Bedeutung ist noch unklar, jedoch kann man durch Hinzufügen folgender Zeilen zur Datei /etc/modprobe.d/options
options snd-hda-intel model=hp position_fix=1 enable=yes
dies beheben.
ATI Radeon XPress OpenGL Unterstützung aktivieren
sudo apt-get install xorg-driver-fglrx sudo depmod -a
Danach in /etc/X11/xorg.conf in der Section "Device" den String "ati" durch "fglrx" ersetzt. Und
sudo aticonfig --overlay-type=Xv
ausgeführt. Nach einem Neustart:
sudo shutdown -r now
liefert:
fglrxinfo display: :0.0 screen: 0 OpenGL vendor string: ATI Technologies Inc. OpenGL renderer string: RADEON XPRESS 200M Series Generic OpenGL version string: 2.0.5814 (8.25.18)
fgl_glxgears liefert dann
1111 frames in 5.0 seconds = 222.200 FPS
Auflösung 1280x800 setzen
Leider funktionieren "out of the box" nur die Standardauflösungen, nicht aber die Auflösung des Notebookdisplays von 1280x800 (WXGA). Um dies zu ändern, einfach alle anderen Auflösungen (z.B. 1024x768) aus der xorg.conf entfernen und nur die 1280x800er Auflösung eintragen:
Die SubSection "Display" sollte danach ungefähr so aussehen:
SubSection "Display"
Depth 1
Modes "1280x800"
EndSubSection
SubSection "Display"
Depth 4
Modes "1280x800"
EndSubSection
SubSection "Display"
Depth 8
Modes "1280x800"
EndSubSection
SubSection "Display"
Depth 15
Modes "1280x800"
EndSubSection
SubSection "Display"
Depth 16
Modes "1280x800"
EndSubSection
SubSection "Display"
Depth 24
Modes "1280x800"
EndSubSection
Werden die anderen Auflösungen trotzdem gebraucht (auch wenn damit ein eher unscharfes Bild entsteht), kann man diese einfach in der xorg.conf belassen.
Aktivierung des Touchpads
Auch wenn das Touchpad schon "out of the box" funktioniert, so kann man ein paar zusätzliche Funktionen (z.B. Scrollen per Touchpad) gut gebrauchen. Also einfach xorg.conf anpassen:
Section "InputDevice"
Driver "synaptics"
Identifier "touch pad"
Option "ShmConfig" "on"
EndSection
Und weiter unten in der Section "ServerLayout":
Section "ServerLayout"
InputDevice "touch pad" "SendCoreEvents"
...
...
EndSection
einfügen.
Cardreader
Funktioniert "out of the box". Leider gibt es nur einen SD-Cardreader. Wenn das Gerät auch noch ein Lesegerät für CompactFlash-Karten hätte, wäre es perfekt.
Funktionstasten
Lautstärke
Die Fn-Tastenkombinationen für Lautstärke und Mute funktionieren out-of-the-box. Jedoch kann es unter KDE vorkommen, dass kmilo die Mute-Taste dem Headphone-Kanal zuordnet, und sich auch keines besseren belehren lässt. Abhilfe schafft es, kmilo einfach zu deinstallieren und die (bereits korrekt den Keycodes zugewiesenen) Fn-Kombinationen direkt vom einem Mixer-Applet verwalten zu lassen. Durch die Deinstallation von kmilo büßt man zwar dessen nettes OSD ein, was aber durch ein ständig sichtbares Mixer-Applet im Panel wett gemacht werden kann.
Allgemein ist es ratsam, den Kanal Front mit den Tasten zu steuern. Dieser regelt sowohl die Lautstärke der integrierten Lautsprecher als auch die des Kopfhörerausgangs. Beim Einstecken eines Klinkensteckers in die Kopfhörerbuchse werden die integrierten Lautsprecher (zumindest unter Linux) nicht abgeschaltet. Dies kann man aber auf Wunsch manuell mit der Mute-Funktion nachholen, welche sich nicht auf den Kopfhörerausgang auswirkt. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber sehr praktisch wenn man das Notebook an einen externen Verstärker angeschlossen hat, der unter Umständen nicht ständig eingeschaltet ist. Man kann dann wahlweise auch kurzzeitig über die integrierten Lautsprecher hören, ohne dafür den Stecker herausziehen zu müssen.
Sonderfunktionen
Die Fn-Tastenkombinationen für die Steuerung der LCD-Hintergrundbeleuchtung (heller, dunkler, ein/aus), WLAN (ein/aus), Touchpad (ein/aus), Etiquette-Mode (ein/aus), Standby funktionieren out-of-the-box. Allerdings werden die Funktionen (zumindest unter KDE) von keinem OSD begleitet (da diese Tasten auch keine Events generieren).
Favourite-Taste
Das Notebook besitzt neben dem Power-Button eine etwas kleinere Taste für eine Favourite-Funktion. Damit KDE diese Taste erkennt und einem Shortcut zuweisen kann, muss der Keycode der Taste erst dem X-Server bekannt gegeben werden. Um dies für alle User im System beim Start des X-Servers zu erledigen, legt man bspw. eine Datei /etc/X11/Xsession.d/80samsung_r40-xmodmap an, welche folgenden Befehl enthält:
echo "keycode 0x7b = XF86Favorites" | /usr/bin/xmodmap - || true
Nun kann die Taste unter KDE wie üblich einer Anwendung oder Funktion zugewiesen werden.
Modem
Sogar das Modem vom Typ "SmartLink Soft Modem" scheint zu funktionieren. Da leider kein Telefonkabel im Lieferumfang enthalten und auch kein (analoger) Festnetzanschluss vorhanden ist, konnte kein Praxistest erfolgen.
Zunächst über Synaptic die Pakete
-
sl-modem-daemon -
gnome-ppp
installieren.
Danach per
caiacoa@etosha:~$ sudo slmodemd -c GERMANY --alsa hw:0,6 SmartLink Soft Modem: version 2.9.9e-pre1 May 28 2006 17:44:44 symbolic link `/dev/ttySL0' -> `/dev/pts/2' created. modem `hw:0,6' created. TTY is `/dev/pts/2' Use `/dev/ttySL0' as modem device, Ctrl+C for termination.
Modem device erzeugen.
Und per
gnome-ppp
Modem (Telefonnummer, Benutzername, Passwort) konfigurieren und Verbindung zum Provider herstellen.
Recovery-Partition freigeben
Wer auf seinem R40-Notebook ausschließlich Linux einsetzen möchte oder sich bewusst dazu entschließt, die enthaltene Wiederherstellungsfunktion definitiv nicht zu nutzen, kann die von Samsung vorbereitete Recovery Area entfernen und somit ca. 7 GB zusätzliche Festplattenkapazität freigeben. Diese Recovery Area ist ein geschützter Bereich am Ende der Festplatte, welcher durch eine verringerte Festplattenkapazität versteckt wird. Auch unter Linux ist es nicht möglich, auf diesen geschützten Bereich zuzugreifen, ohne ihn vorher im CMOS-Setup freigegeben zu haben. Da diese Freigabe bei jedem Neustart aufs Neue erfolgen muss, ist es notwendig, den Bereich mit Hilfe einer der folgenden Methoden dauerhaft freizugeben.
Achtung: Das Entfernen der Recovery Area kann nicht rückgängig gemacht werden und sollte daher wirklich nur dann ausgeführt werden wenn man ganz genau weiß was man tut und sich sicher ist, die Wiederherstellungsfunktion niemals in Anspruch nehmen zu wollen!
Möglichkeit 1: Kennung löschen mit dd
Die Recovery Area kann mit Hilfe von Linux-Bordmitteln entfernt werden. Dazu im CMOS-Setup (Taste F2 nach dem Einschalten drücken) die Recovery Area freigeben und anschließend unter Linux folgende Befehle als root ausführen. Je nach Konfiguration kann die interne Festplatte als /dev/sda oder /dev/hda angemeldet sein. Bitte die Variable disk entsprechend setzen.
disk=/dev/sda # oder /dev/hda size=$(blockdev --getsize $disk) dd if=/dev/zero of=$disk seek=$((size-1)) count=2
Beim nächsten Neustart ist die Recovery Area und die Option im CMOS-Setup verschwunden.
Möglichkeit 2: Treiber-DVD verwenden
Auf der mitgelieferten Treiber-DVD liegt ein Werkzeug zum Entfernen der Partition bereit. Es wird folgendermaßen verwendet:
- im CMOS-Setup (Taste F2 nach dem Einschalten drücken) die Recovery Area freigeben
- von der Treiber-DVD booten und den Anweisungen zum Entfernen der Recovery Area folgen
- wie in den Anweisungen beschrieben das ganze ein zweites Mal durchführen
Im CMOS-Setup sollte nun die Option zum Freigeben der Recovery Area dauerhaft verschwunden sein.
Zusätzlichen Platz nutzen
Wurde die Recovery Area entfernt, so muss der entstandene zusätzliche Platz noch verwendbar gemacht werden. Entweder kann in dem freien Bereich eine neue Partition erstellt werden oder die letzte Partition vergrößert werden und anschließend die Größe des darauf befindlichen Dateisystems angepasst werden (z.B. mit resize2fs für ext2 und ext3).
Suspend-to-RAM und Suspend-to-Disk
Seit Version 8.34.8 des fglrx-Treibers funktionieren endlich (wieder) sowohl Suspend als auch Hibernate mit diesem Notebook. Zum erfolgreichen Kompilieren des Kernelmoduls für eine aktuelle Kernelversion ist evtl. ein Patch erforderlich, erhältlich z.B. hier.
Notiz: Leider machen aktuellere fglrx-Treiber unter Umständen wieder Probleme bei den Suspend-Funktionen. Letzter (mir) bekannter fglrx-Treiber, der problemlos Suspend ermöglicht, ist Version 8.40.4 vom August 2007. Mit Version 7.11 und 7.12 (neues Versionsschema) vom November bzw. Dezember 2007 ist Suspend scheinbar nicht möglich (getestet unter Linux Kernel 2.6.23.12). D.h., nach dem Aufwachen aus dem Suspend-to-RAM bleibt der Bildschirm dunkel.
Abgesehen davon zeigen die neueren Versionen des fglrx-Treibers eine deutliche Performance-Steigerung (von ca. 1300 FPS auf 1600 FPS bei glxgears). Wer keine Suspend-Funktionen benötigt, sollte sich also eine neuere Version des Treibers installieren.
Speedstep-Troubleshooting
Nach dem Aufwachen aus dem Suspend-to-Disk-Zustand läuft ein Prozessorkern permanent mit höchstem Takt. Dies lässt sich z.B. beheben, indem man in /etc/acpi/resume.d ein entsprechendes Skript anlegt, welches beide Kerne wieder auf den ursprünglichen Governor zurückschaltet. Im Falle des ondemand-Governors könnte das so aussehen:
#!/bin/sh echo -n "ondemand" > /sys/devices/system/cpu/cpu0/cpufreq/scaling_governor echo -n "ondemand" > /sys/devices/system/cpu/cpu1/cpufreq/scaling_governor
Besonderheiten bei der Benutzung von Ubuntu 8.10 - Intrepid Ibex (unerschütterlicher Steinbock)
Beim Booten friert Ubuntu für mehrere Sekunden mit folgender Meldung ein:
ata1.01: exception Emask 0x0 SAct 0x0 SErr 0x0 action 0x2 frozen ata1.01: cmd a0/01:00:00:00:00/00:00:00:00:00/b0 tag 0 cdb 0x25 data 8 in res 40/00:03:00:00:00/00:00:00:00:00/b0 Emask 0x4 (timeout)
Momentan gibt es nur einen "workaround":
Hinzufügen von piix to /etc/initramfs-tools/modules. Dazu einfach diese Datei mit einem Editor öffnen und in eine neue Zeile "piix" (ohne Anführungszeichen) schreiben.
Nach Abspeichern des Files
sudo update-initramfs -u
ausführen und neu booten.
ATI Card - 3D support für Ubuntu 9.04 - Jaunty Jackalope
Momentan würde ich aufgrund der fehlenden 3D-Unterstützung, die man beispielsweise zwingend für Google Earth benötigt, von der Benutzung von Ubuntu 9.04 abraten. Mit dem Upgrade des X-Servers auf 1.6 werden nun die älteren ATI-Karten (Radeon Xpress 200M gehört dazu) nicht mehr unterstützt.
Mehr Informationen dazu bei Shantanu’s Technophilic Musings
Eventuell kann man vielleicht doch noch manuell was reissen: http://ubuntuforums.org/showthread.php?t=1164013 -ist allerdings für eine X1200!
TODOs
- Strom sparen! Siehe Ubuntu-Wiki und evtl. Golem Artikel
- FanControl + Heat checken:
[1] Debian GNU Linux (Etch) on an HP compaq 6325 laptop mit seeehr ähnlicher Hardware
- Ubuntu Versions-Updates funktionieren in der Regel problemlos mit folgendem Befehl:
sudo dist-upgrade


