Tag 21 bis 25
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Swakopmund - Damaraland - Twyfelfontein - 315km
Heute geht es entlang der trockenen Skelettküste. Wieder gibt es keinen Frühnebel und daher auch keine grünen Pflanzen in der Wüste. Alles ist grau - sowohl der Sand, als auch der Atlantik zu unserer Linken. Die Piste ist hier super und wir kommen sehr rasch voran. Als wir von der Küste wegbiegen und uns dem Damaraland nähern, wird es langsam wieder gelber. Der Brandberg mit seinen umliegenden Hügeln taucht bereits in der Ferne auf. Wir fühlen uns heute wie in einem Umluftbackofen (40°C). Doch als wir uns den Bergen nähern, wird es zum Glück etwas kühler. Das Land wird ringsum wieder hügelig und Büsche und Bäume säumen den Weg. Richtig kurvig wird es jetzt sogar, die Weite bleibt uns aber erhalten. Wir erreichen das Herero Land. An einem Stand der Hereros halten wir an, verschenken unser Wasser und Süßigkeiten und kaufen eine Puppe. Die drei Frauen nähen mit einer alten Singer Nähmaschine direkt am Straßenrand. Auf unserem weiteren Weg treffen wir immer wieder auf Donkey-Cars (Esleskarren). Einer lässt sich sogar für ein paar N$ fotografieren und zeigt uns sein verlöchertes T-Shirt und die kaputten Schuhe. Doch leider können wir ihm nichts geben. Auch die für die Gegend so typischen Termitenhügel mit all ihren bizarren Formen begleiten uns duch das Damaraland. So langsam zeigt sich die Gegend von seiner schönsten Seite. Überall tauchen Vulkanberge und Kegel in allen Größen auf. Eine bizarre Landschaft eröffnet sich uns. Die Gesteine zerfallen und liegen lose herum, ähnlich dem Spielplatz der Giganten. Dazwischen wachsen niedrige Bäume und immer wieder hört man Ziegenherden meckern. Kurz darauf erreichen wir Camp Xaragu. Wie wir jetzt sehen, handelt es sich wirklich um Zelte, in denen vier Betten stehen. Verlässt man das Zelt zum hinteren Ausgang, steht man im Bad unter freiem Himmel, das nur durch einen Bambuszaun abgetrennt ist. Licht macht die Petroleumlampe. Aber dieses Zelt hat Seele; so viele kleine liebevolle Details kann man überall finden. Für den nächsten Morgen buchen eine Fahrt zu den Wüstenelefanten. Da es immer noch sehr warm ist, schlafen wir im offenen Zelt. Der Wind streicht hindurch und langsam wird es kühler. Lange lausche ich den bis tief in die Nacht hinein rufenden Geckos. Leider ist der Vollmond so hell, dass er die Sterne überstrahlt.
Twyfelfontein - Palmwag - 82km
Nach einem wenig berauschenden, schmuddeligen Frühstück machen wir uns auf zur Fotojagd nach Wüstenelefanten. Es ist absolut faszinierend wie unser Guide die Spuren findet. Hin und her, kreuz und quer durch Aba Huab und die Vulkanberge. Um die Berge herum liegt auch hier weicher Sand. Immer wieder fahren wir durch und in ausgetrocknenten Flussbetten. Abgebrochene Zweige, Fußabdrücke und Köttel sind unsere Wegweiser. Und plötzlich sind sie da. Wüstenelefanten gibt es nur in der Namibwüste sonst nirgends. Sie haben längere Beine, eine spezeille Fußsohle mir breiterer Auflage, sind kleiner und haariger. Sie liegen beim Schlafen unter den Büschen. Außerdem können diese Elefanten Berge besteigen und bis zu 70km lange Märsche pro Nacht zurücklegen. Es sind gefährliche Tiere, da sie völlig wild leben.
Nach so viel Natur in den letzten Wochen, wollen wir uns heute kulturell weiterbilden. Ziel sind die Höhlenmalereien von Twyfelfontein. Die Gravierungen in den Sandsteinfelsen von Twyfelfontein geben heute noch Rätsel auf. Die Vorfahren der San haben vor mehreren 1000 Jahren mit Quarzstein Giraffen, Löwen, Nashörner, Antilopen und andere Beutetiere in den Stein über der "zweifelhaften Quelle" geritzt. In der Regel sind Gravierungen auf Sandstein mit spitzen Steinen als Umrisslinien oder Flächen eingehämmert worden. Doch es gibt auch die Malereien der San. Diese finden sich häufig auf Granit in Höhlen. Die meist flächig aufgetragenen Farben basieren auf natürlichem Ocker wie Eisenoxid oder Zink, aus gebranntem Kalk und Blut. Die Farben wurden in den Hörnern kleiner Tiere aufbewahrt. Mit der Hand oder mit Bürsten aus Tierhaar, Federn oder Pflanzenfasern wurden die Farben aufgetragen. Neben diesem Hintergrundwissen werden wir auch in die Unterschiede der Denkweise von Schwarzen und Weißen eingeführt: die Jungen des weißen Breitmaulnashorns laufen immer vor ihrer Mutter. Daher ist dieses Tier sehr aggressiv. Die Jungen des schwarzen Spitzmaulsnashorns laufen immer hinter der Mutter. Daher ist diese viel ruhiger. Sie kann das Kleine besser verteifigen. Weiße tragen ihre Babay meist vorne an der Brust, die Schwarzen hinten auf dem Rücken. Sind wir also aggressiver? ;-) Desweiteren erfahren wir, dass aus den Wurzeln des Weißrinden- oder Schäferbaums Muckefuck gemacht wird. Schäferbaum heißt dieser Baum auch, weil in der Mittagssonne gerne die Schafe Schutz unter ihm suchen.
Die Strecke bis Palmwag mit knapp 100km halten wir für einen Spaziergang. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Piste ist so katastrophal, dass wir über drei Stunden benötigen. Leider verschwindet nach einger Zeit die abwechslungsreiche Vulkanlandschaft. Am Seuchenzaun zeigt uns ein sehr geschäftstüchtiger Schwarzer seine Macadamia Nüsse und will unsere Namen wissen. Blitzschnell ritzt er sie in die Nuss. So schnell können wir gar nicht reagieren und werden somit ungewollt Besitzer dreier Nüsse für 18€. Noch einige Meter auf dieser unglaublichen Piste und wir erreichen die Palmwag Lodge - unsere teuerste Übernachtung des Urlaubs. Ein luxury tent haben wir reserviert und sind ziemlich enttäuscht, als hier so überhaupt gar nichts luxury ist. Außer man versteht unter Luxus, dass die vorhandenen Handtuchhalter bei der kleinsten Berührung mit dem Handtuch zu Boden fallen. Die Zimmer sind gewöhnlich und haben keine Seele. Zu allem Überfluss müssen wir bei unserer heutigen Inspektion unserer miserablen Reifen feststellen, dass unser Favourit - links hinten - einen tiefen Schlitz bis auf die Drähte hat. Gut nur, dass wir ihn gesehen haben und uns nicht erst der Reifen um die Ohren fliegen muss.
Palmwag - Ovahimba
Nach einem sparsamen Frühstück starten wir um 6.30 Uhr zu den Ovahimba. Auf dem Weg dorthin sehen wir sehr viel Wild. Wir haben das Gefühl im Etosha zu sein. Springböcke, Oryx, Zebras, Giraffen, Kudus.... Alle sind sie da und fressen links und rechts der Straße. Jetzt können wir uns auch gut vorstellen, dass es in dieser beutereichen Gegend Löwen, Leoparden und Geparden gibt. Es ist so schön, wenn man Springböcke beobachten kann, die vor Freude wie ein Flummi senkrecht in die Luft springen. So viel Lebensfreude steckt in den Tieren. Die Landschaft ist von Vulkanismus geprägt; eine rote Steinwüste, in der nur Euphorbien wachsen. Dennoch ist es so tierreich. Ich frage mich, was die Tiere zwischen dem Geröll an Essbarem finden können. Inmitten dieser Steinwüste erklärt uns unser Guide Willi, dass in wenigen Metern die Steinwüste vorbei sein und wir keine Euphorbien mehr sehen würden. Wir können uns dies nicht vorstellen. Doch es ist tatsächlich so: eine Grenze wie mit dem Lineal gezogen und danach eine völlig andere Landschaft. Wir fahren durch busch- und baumreiches Hügelland bis zum Huanib. Dort begeben wir uns wieder auf die Suche nach Wüstenelefanten. Wir durchkreuzen immer wieder das Flussbett und sehen große Herden von Springböcken und Antilopen, aber keine Elefanten. Eine große Herde Strauße rennt aufgeregt vor uns durch das Flussbett. Die können ja wirklich richtig schnell laufen. Nach einiger Zeit geben wir auf und fahren weiter Richtung Sesfontein. Kurz vor Sesfontein lassen wir unsere Mitfahrerin aus dem Hotel austeigen und fahren weiter Richtung Opuwo. Steile Pässe geht es hinauf und hinunter. Teilweise sind diese auch wieder asphaltiert. Willi zeigt uns die Flaschenbäume. Stachelschweine stechen diese oft auf, um an das Wasser zu gelangen. Wenn sie offen sind, bauen Bienen ihre Nester hinein. Wir durchqueren viele Flussbetten und treffen von jetzt an immer häufiger auf die Viehherden der Schwarzen. Schließlich erreichen wir den heiligen und einzigen Platz, an dem die Ovahimba ihre Erde zum Färben der Haut holen. Es handelt sich um eine tiefe Erdhöhle, aus der man die Erde gräbt und nach Oben trägt. Um an die Erde zu kommen, laufen die Ovahimba viele Kilometer von ihrem Dorf zu diesem Platz. Ein herrlicher Duft liegt über der gesamten Gegend. Die Akazien beginnen zu blühen und verströmen diesen herrlichen Duft. Doch wie entsteht diese braune Erdcreme, die für die Ovahimba so wichtig ist? Wir erfahren, dass die Kuhmilch so lange geschleudert wird, bis sich Fett und Wasser trennen. Das Fett wird gekocht und wird dadurch zu einer butterähnlichen langhaltbaren Substanz. Diese wird mit speziellen Kräutern, sowie der braunen Erde gemischt. Die Ovahimba cremen sich täglich mindestens einmal mit dieser Creme ein. Für sie ist das dasselbe, wie für uns die tägliche Dusche. Bevor sie jedoch die Erde der Erdhöhle entnehmen, besuchen sie einen heiligen Ort, der ganz in der Näge liegt. Nach etwa 30km Fahrt erreichen wir das Dorf. Die Geschenke, so erfahren wir, werden am Ende des Besuchs an die Familienälteste gegeben. Diese verteilt dann alles unter den Familien. Ein Himbadorf besteht aus nur einer Familie. Der Mann hat bis zu fünf Frauen und lebt im Haupthaus. Die Söhne bleiben nach der Hochzeit im Dorf und versorgen die Eltern. Die Töchter ziehen zu ihrem Mann ins Dorf. Dafür erhalten die Eltern Kühe und Ziegen. Beide Geschlechter sind daher als Kinder für die Ovahimba wichtig. Die Ovahimba sind Nomaden, die weiterziehen, sobald es nicht mehr ausreichend Gras und Wasser für ihr Vieh gibt. Sie ernähren sich ausschließlich von ihrem Vieh. Wild wird nicht gejagt. Im Dorf leben eine Unmenge Himbakinder der fünf Frauen. Alle sind mit der Erdcreme gefärbt und haben eine wunderschöne rötlichbraune Hautfarbe. Die Haare sind zu Zöpfen aus Erdcreme gewickelt. Wachsen diese nach und werden am Haaransatz locker, werden sie ausgewaschen und neu gewickelt. Das Haar wird auf eine ganz bestimmte Länge zurückgeschnitten. Die Kleider sind aus Kuhfell und -leder gemacht. Der Schmuck aus Horn und Leder. Die Milch wird in verschließbaren Kürbissen gelagert. Es ist verboten aus den Kürbissen zu trinken. Eine Trinkschale wird verwendet. An Schmuck und Kleidung kann man erkennen, ob eine Frau verheiratet ist und ob und wieviele Kinder sie hat. Kleidung und Schmuck sind sehr schwer (15kg). Wenn geheiratet wird, dauert die Feier mehrere Tage und diese Bekleidung wiegt etwa noch einmal 15kg. Die Hütten sind sehr ordentlich eingerichtet und aufgeräumt. Eine Feuerstelle zum Wärmen befindet sich in der Mitte der Hütte. Das Feuer darf niemals ausgehen. Gekocht wird immer im Freien. Die Milchbehälter sind grundsätzlich rechts am Eingang platziert, während alles andere aufgehängt wird. Alle laufen barfuß und tragen höchstens eine Art Riemensandalen. Die Himba tragen viel Schmuck an Hals, Handgelenken und Füßen. Sogar die Säuglinge tragen schon Schmuck um den Hals. Im Zelt werden auch die Kleider parfümiert. Dazu werden verschiedene Kräuter angezündet, ein Korb über das Feuer gestellt und die Kleider darübergehängt. Es riecht sehr gut. Ich werde mit Creme und Puder am Arm eingestrichen. Nach was riecht das? Es ist ein unbeschreiblicher Geruch. Nach Erde, Milchprodukt, Leder, herber Natur.... Ein sehr, sehr angenehmer Geruch an dem ich mich kaum sattriechen kann. Schließlich beginnen die Ovahimba für uns zu tanzen. Dazu klatschen und singen die Frauen und immer eine andere tritt in die Kreismitte und tanzt. Das ist richtig toll. Allmählich bringen wir unsere Geschenke und zu meiner Überraschung stellen als die vielen Kinder blitzschnell in einer Reihe auf und warten darauf, was sie bekommen werden. Wir können den ganzen Tag keinerlei Anzeichen von Streit zwischen den Kindern beobachten. Es liegt so eine Ruhe, so ein Frieden über dem Dorf. Nachdem wir uns herzlich bedankt haben, verlassen wir das Dorf und die Ovahimba beginnen zu kochen.
Nach diesen beiendruckenden Erlebnissen suchen wir einen schönen schattigen Platz unter einer der herrlich duftenden Akazien und machen Mittagspause. Viele Fragen muss Willi während des Essens beantworten und allmählich sprechen wir nicht nur über die Ovahimba, sondern über Namibia im Allgemeinen. Auf unserer Weiterfahrt zeigt uns Willi einen Schlangenbaum, der sich mich seinen weichen Ästen, um einen anderen Baum schlingt, ohne diesen zu erdrücken. Auch der Teebusch ist für uns äußerst faszinierend. Plötzlich hält Willi an und bringt uns ein graues, toterscheinendes, strohiges Gewächs ins Auto. Etwas erstaunt sehen wir ihn an. Er stellt das Kraut in ein wenig Wasser und meint, wir sollten zwei Stunden warten. Und tatsächlich: nach etwa zwei Stunden sehen wir frische, zarte, grüne Blättchen und Ästchen in der Wasserflasche, die herrlich duften. Daher wird der Teebusch auch Auferstehungskraut genannt.
Nachdem wir eine Hererofrau Richtung Sesfontein mitgenommen haben, halten wir in Fort Sesfontein, um die Lodgemitarbeiterin abzuholen. Dabei sehen wir uns kurz das alte deutsche Fort und dessen Friedhof an. Als wir zum zweiten Mal vor einem Geschäft halten, wollen eine Himbafrau mit Baby und ein Schwarzer mitfahren. Unser Fahrer lehnt ab. Wir merken das und sagen ihm, dass er die drei doch mitnehmen soll. Er zögert jedoch immer noch und die Himbafrau sieht alles andere als erfreut aus. Schließlich haben wir fünf freie Plätze im Bus. Ich bereite dem ganzen ein Ende, in dem ich die Frau ins Auto winke. Jetzt geht ein Lächeln über das Gesicht. Schnell packt sie zusammen und will ihr Gepäck einladen. Wir nehmen ihr die Tasche, die zu unserem Schrecken bald 40kg wiegt ab und laden sie ins Auto. Ich bekomme so lange das süße Baby auf den Arm. Nachdem wir eine Weile gefahren sind, durchdringt der Himbageruch das Auto. Es riecht wie in der Hütte. Diese Mischung aus Herde, Kuh, Milch, Natur... Dieser Geruch ist einfach genial. Die junge Frau sitzt einfach nur da und hält ihr Kind auf dem Arm. Sie strahlt dabei aber so eine Würde aus. So könnte ich mir eine "Naturgöttin" vorstellen. So völlig mit der Natur im Einklang. Nach einiger Zeit steigt der Schwarze aus und später die beiden. Wir erfahren, dass sie mit dem kiloschweren Gepäck und dem Baby noch zwei Tage laufen muss. Übernachtet wird im Busch. Wir fragen Willi, ob wir sie nicht nach Hause fahren können. Nach einigem hin und her laden wir alles wieder ein und los geht es. Jetzt wird es wild. Es geht querfeldein durch Vulkangestein, durch Flussbetten, Bergpässe hinauf und hinunter. Doch sie kennt ihren Weg nur zu Fuß und kann uns nicht erklären, wie wir fahren müssen. An der Farm eines Schwarzen halten wir und fragen nach dem Dorf der Ovahimba. Er erklärt uns den Weg und so rollen, schaukeln und kämpfen wir uns bald 25km über Geröll in die Berge hinein. Eine Bergkette löst die nächste ab. Eine wilde, schroffe Landschaft tut sich auf. Immer wieder durchsetzt von Flaschenbäumen und vielen Antilopen. In der Ferne taucht ein Dorf auf. Sie lächelt und deutet mit dem Arm in die entsprechende Richtung. Gleich sind wir also da. Sie wäre diese riesige Strecke über Geröll und Berge mit dem schweren Gepäck und dem Kind barfuß gelaufen. Unglaublich. Da ich darauf gedrängt hatte sie mitzunehmen und auch heimzufahren, schenkt sie mir einen ihrer Armreifen aus Horn. Ich freue mich wahnsinnig. Etwas Echteres gibt es nicht. Das ist Afrika pur. Als wir halten, habe ich wieder ihren Sohn auf dem Arm und stolz holt sie noch ihre Tochter. Dies alles erleben wir kurz vor Sonnenuntergang auf einer Hochebene in den Bergen Namibias. Das gesamte Dorf versammelt sich um uns. Beim Verabschieden spüre ich noch einmal das Erdgefühl ihrer Hände. Das ist angenehm. Die Kinder im Dorf haben sich genauso angefühlt. Der Abschied ist sehr herzlich. Ich hätte viel darum gegeben, länger zu bleiben, eine Nacht im Dorf zu verbringen und noch viel mehr über das Leben der Ovahimba zu erfahren. Lange winken wir einander. Doch dann beginnt für uns der lange, steinige Rückweg. Die Lodge fragt über Funk bereits an, wo wir bleiben... Immer wieder rieche ich am Armreif. Der Geruch... leider kann man ihn nicht festhalten. Das ist einmalig und unbeschreibbar. Auf dem Rückweg sehen wir noch viele Giraffen, Zebras und all die anderen Bewohner des Kaokovelds. Wir kommen angefüllt mit Eindrücken in die Lodge zurück. Das Erlebnis im Himbadorf und später der Armreif... Etwas tolleres hätte uns gar nicht passieren können. Allerdings bekommt Willi großen Ärger in der Lodge. War es eine typisch europäische Idee, die Himbafrau heimzufahren? War es richtig, was wir hier von Willi verlangt haben? Diese Fragen quälen uns noch eine Weile. Auf jeden Fall war dieser Tag das tollste Erlebnis des Urlaubs. Vielleicht sogar meines Lebens. Okunene Okuhepa!!!
Palmwag - Etosha Nationalpark - 408km
Zeitig am morgen wechseln wir unseren defekten linken Hinterreifen. Er hat einen tiefen Riss und ist kurz vor dem Platzen. Zu unserer großen Freude müssen wir entdecken, dass wir nur ein Notrad im Kofferraum haben und kein vollwertiges Ersatzrad. Dann suchen wir Willi, um seine Adresse zu bekommen, damit wir den Ovahimba die versprochenen Fotos schicken können. Auf unserer Fahrt Richtung Etosha sehen wir viele blühende Flaschenbäume und Akazien. Dieser herrliche Duft umgibt uns wieder. Dann durchqueren wir ein sehr steiles gebirge. Manchmal fahren wir über eine Kuppe und es ist wie Fliegen, weil man wegen der Steiel die Straße nicht sieht. Wir fahren vertrauensvoll ins Nichts. Die uns umgebenden Berge gleichen Tafelbergen. Der Basalt fällt senkrecht ab, bis sie weichere Gesteinsschichten erreichen, die der Erosion noch nicht zu Opfer gefallen sind. urplötzlich hört das gebirge auf und eine weite Ebene öffnet sich vor uns. Das gelbe Gras kehrt wieder; immer wieder durchsetzt von Basalthügeln und in die Landschaft geworfene runde Felsen. Immer mehr Farmen bleiten unseren Weg. DAbei hoffen wir doch so sehr, noch einmal auf eine Himbafrau zu treffen. Bei Kamanjab beginnt die teerstraße und von hier aus erreichen wir zügig das Etosha Safari Camp. 300km sind seit dem Reifenwechsel vergangen. Das Notrad rollt aber auch bei 120km/h sehr gut. Das ist Afrika! Nach einer Pause fahren wir am frühen Aebnd noch in den Etosha. Wir sehen viele Zebras, Kudus, Gnus und Spingböcke. Doch alles ist anders. Letztes Jahr sahen wir die Tiere in einem wogenden Meer aus gelbem Gras. Jetzt ist alles abgegrast und grau. Riesige Weiten ohne Deckungsschutz liegen vor uns. es ist sehr sehr trocken, da es seit Februar 2006 nichtmehr geregnet hat. Die Luft ist heiß und dießig. Der Himmel dunkelgrau, doch wolkenlos. Kien Lufthauch ist zu spüren. Der Staub steht in der Luft. Dazu die kahlen Ebenen und die untergehende Sonne. Eine seltsame Stimmung herrschit hier. Bedrückend und
Übernachtung Etosh Safari Camp
Etosha Park
Etosha-Pfanne
Etosha Nationalpark - 120km
Übernachtung Okaukuejo
Der Ort Okaukuejo
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